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Harry Pepl * 1945  † 2005

Pressearchiv

Was über Harry Pepl geschrieben und gesendet wurde: Kritiken, Porträts, Interviews und Nachrufe, mit Zusammenfassung und Quelle. Die Originale sind urheberrechtlich geschützt und liegen im Archiv; für Forschung und Presse stellen wir sie auf Anfrage bereit.

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  1. 24. Juli 2002 · Porträt

    Falter (Seite 55, Kultur): „Leiwand oder ned leiwand“ (Doppelporträt Muthspiel & Muthspiel und Jazzzwio)

    Klaus Taschwer

    Doppelporträt vor der Premiere des Programms „Muthspiel & Muthspiel play Pepl/Pirchner“ beim Festival Glatt & Verkehrt. Wolfgang Muthspiel, der in Graz bei Pepl Gitarre studierte, erinnert sich an Stunden „wie ein erweitertes Konzert“ und an Pepls lakonisches Urteil „leiwand“ oder „net leiwand“; für Christian Muthspiel wirkte das Jazzzwio „wie eine Befreiung“.

    Pepl war einer der interessantesten Gitarristen im Jazz. Das sagen auch große Musiker wie Dave Liebman oder Jack DeJohnette.

    Der Gitarrist Wolfgang Muthspiel, einst Schüler Pepls in Graz

    Wolfgang Muthspiel

    Pepl und Pirchner vermittelten uns, dass man genau die Musik machen kann, die man machen will.

    Der Posaunist und Komponist Christian Muthspiel über das Jazzzwio als Vorbild seiner Generation

    Christian Muthspiel

    jetzt beim Wiederhören merkte ich wieder, wie großartig Pepl und Pirchner gespielt haben. Das war Improvisation im besten Sinn.

    Wolfgang Muthspiel

    Er hat mir was vorgespielt, ich musste mitspielen - und er kommentierte dann alle paar Takte, wie es läuft. In seinen Worten hieß das dann lakonisch entweder ‚leiwand‘ oder ‚net leiwand‘.

    Wolfgang Muthspiel

    Die Zeit, in der ich bei Pepl gelernt habe, war sehr prägend. Die Stunden bei ihm am Konservatorium waren wie ein erweitertes Konzert.

    Wolfgang Muthspiel

  2. Dezember 2005 · Nachruf · EN

    Intervals, Newsletter von David Liebman (Website): „Passings: Harry Pepl“, Intervals Volume 14, Nr. 1

    Dave Liebman

    Nachruf des US-Saxophonisten Dave Liebman in der Rubrik „Passings“ seines Newsletters „Intervals“, den er auf seiner Website upbeat.com/lieb (später daveliebman.com) veröffentlichte, wenige Wochen nach Pepls Tod. Liebman nennt Pepl einen „groundbreaking guitarist“, mit dem er mehrmals aufgenommen habe, und erinnert sich an die erste gemeinsame Aufnahme mit dem Schlagzeuger Wolfgang Reisinger: Pepl ließ von der Gitarre über den Computer einen Bösendorfer-Flügel spielen, dessen Tasten sich bewegten. Gemeint ist „Schönberg Improvations“ (aufgenommen im November 1989). Sein Fazit: „This was in the 80’s-far ahead!!“ Im selben Abschnitt würdigt er Shirley Horn, Steve Marcus und Richard Pryor. Die Seite ist nur noch im Internet Archive erhalten.

    a groundbreaking guitarist that I had the pleasure to have recorded with several times … He had a Busendorfer piano playing music programmed from his computer-the keys were moving, the sound was a piano but it had come from the guitar. This was in the 80’s-far ahead!!

    Der US-Saxophonist Dave Liebman im Dezember 2005, wenige Wochen nach Pepls Tod, auf seiner Website im Nachruf seines Newsletters „Intervals“. Er erinnert sich an die Aufnahme von „Schönberg Improvations“ 1989 mit Wolfgang Reisinger: Pepl spielte mit der MIDI-Gitarre über den Computer einen Bösendorfer-Flügel, dessen Tasten sich von selbst bewegten („Busendorfer“ schreibt Liebman)

  3. 7. Dezember 2005 · Nachruf

    Salzburger Nachrichten (Seite 14, Kultur): „Gestorben: Harry Pepl“ (Rubrik „Gestorben“)

    Nachruf in der Rubrik „Gestorben“: Pepl habe längst als einer der eigenständigsten und kreativsten Gitarristen der europäischen Jazzszene gegolten. Genannt werden das Zwio mit Werner Pirchner, Projekte mit Benny Goodman, Jack DeJohnette, Dave Holland und Dave Liebman sowie das Real-time Composing in der Tradition der Zweiten Wiener Schule.

    galt er längst als einer der eigenständigsten und kreativsten Gitarristen der europäischen Jazzszene

    Im „Zwio“ mit Komponist und Vibraphonist Werner Pirchner setzte er sich seit den 70er Jahren über musikalische Konventionen hinweg und spielte originell und hinterfotzig mit Heimatklischees.

  4. 12. Dezember 2005 · Nachruf

    NÖN Niederösterreichische Nachrichten (Seite 38, Triestingtal): „Tiefe Trauer um Harry“

    Nachruf der Lokalausgabe Triestingtal am Tag der Beisetzung: Pepl habe den österreichischen Jazz national und international geprägt wie kaum ein anderer und ein Jazzidiom geschaffen, das als europäisch zu bezeichnen sei. Genannt werden Benny Goodman, Dave Holland, Dino Saluzzi, Dave Liebman und Mino Cinelu, das Instant und Real-time Composing sowie Aufbahrung, Seelenmesse und Begräbnis in Hernstein; das Alter gibt die Zeitung irrtümlich mit 61 Jahren an.

    Er prägte und beeinflusste wie kaum ein anderer den österreichischen Jazz national und auch international.

    Harry Pepl prägte ein Jazzidiom, das in seiner kompromißlosen Ausrichtung und Phrasierung in Wellen über einen festen Puls als europäisch zu bezeichnen ist.

    Wesentlich für das Gelingen der Synthese aus Zeitlichem und Überzeitlichem ist nur der erfüllte Augenblick!

    Über Real-time Composing, zitiert im Nachruf der NÖN, der Wochenzeitung Niederösterreichs, Dezember 2005

    Harry Pepl