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Harry Pepl * 1945  † 2005

Biografie

Leben

Harry Pepl lernte Jazz von Schallplatten, spielte mit Werner Pirchner, Benny Goodman, Jack DeJohnette und Michel Portal und unterrichtete fast zwei Jahrzehnte Jazzgitarre in Graz. Le Monde nannte ihn einen „Giganten der Improvisation“. Mit dem Real-time Composing machte er aus Improvisation Komposition; im Heimstudio in Hernstein, Niederösterreich, entstand ab Mitte der 1990er Jahre ein umfangreiches Spätwerk, das erst teilweise erschlossen ist.

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Das ist so viel, wenn ich anfange zu erzählen, fällt mir alles auf den Kopf, alle Töne, alle Noten, die Musik und die Erlebnisse - eigentlich die ganze Welt!

Harry Pepl, 20051

Wien und die Anfänge

Harry Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren und wuchs in Floridsdorf, dem 21. Wiener Gemeindebezirk nördlich der Donau, auf.2 In den ersten Nachkriegsjahren verließ die Mutter die Familie und ging ohne die Kinder in die USA; Harry wuchs bei seiner Großtante und Ziehmutter Hermine „Mina“ Janda auf. Sein Sohn Daniel sieht diese Erfahrung in seiner Musik allgegenwärtig, und das Klavieralbum „Consequence“ zeigt auf dem Cover Harry 1950 mit ihr.3 Zu Hause hörte man Jazz ebenso wie Oper und Wienerlied, das Wiener Volkslied. Der Vater war ein „Riesen-Jazzfan“ und hörte Count Basie, die Großmutter Schrammelmusik, die volkstümliche Wiener Musik für Geigen, Gitarre und Harmonika; nach der Grazer Kleinen Zeitung pfiff ihm der Vater die Standards vor, die der Besatzungsfunk spielte.4 Wien war von 1945 bis 1955 von den vier Alliierten besetzt, und über die amerikanischen Sender, die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot für die Bevölkerung und das Soldatenradio Blue Danube Network, hörten junge Wienerinnen und Wiener zum ersten Mal in großem Stil Jazz und Swing.5 Mit sieben Jahren bekam Pepl ein Akkordeon. Als Achtjähriger hörte er bei einer Akkordeon-Weltmeisterschaft einen jugoslawischen Musiker improvisieren; später nannte er das den „Kick zum Improvisieren“.6 Das Spiel nach Noten verlor bald seinen Reiz, er begann frei zu spielen und lernte an einer Wiener Musikschule Klavier.7

Mit 13 Jahren kaufte er sich für hundert Schilling eine Gitarre.8 Er hörte Platten von Tal Farlow und Johnny Smith, dann von Wes Montgomery, Jim Hall und Barney Kessel und spielte sie nach, bis jeder Ton samt Phrasierung saß; Noten solcher Musik gab es damals kaum. Sein „Fernstudium“ bei Jim Hall und Wes Montgomery, wie es später hieß, bestand aus Schallplatten.9 Tagsüber schrieb er Arrangements für Tanzmusik, nach den Auftritten am Abend übte er bis in die Morgenstunden die Soli von Jim Hall und Wes Montgomery.10 Klassische Gitarre lernte er in der Klasse von Karl Scheit an der Wiener Musikhochschule; zur Aufnahmeprüfung spielte er Mozarts „Türkischen Marsch“ mit dem Plektrum.11

Um 1960 spielte er in einer Wiener Jugendband: Ein Foto aus dem Nachlass zeigt ihn an der Gitarre, dazu Akkordeon und Schlagzeug, mit Blacky Brandstätter, Franz Handler und Karl Komarek, der später bei den Hubbubs spielte.12

Schwarzweißfoto mit Büttenrand: vier junge Musiker mit Akkordeon, Schlagzeug und E-Gitarre, an der Gitarre rechts vermutlich Harry Pepl, vorne ein Tonbandgerät. Laut Beschriftung der Familie spielen Blacky Brandstätter, Franz Handler, Karl Komarek und Harry Pepl; welcher Name zu welchem Musiker gehört, ist noch offen.
Jugendband, um 1960/61Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Anfang der 1960er Jahre spielte er bei den Austrian Evergreens, einer Wiener Tanz- und Beatband, die die Kleine Zeitung „Austrian Aces“ nennt. 1962 erschien die Single „Susi-Twist / Tabu“, 1964 folgte „Skinny Minny / Olymp“ mit seiner Komposition „Olymp“ auf der B-Seite. Mit der Band war er auf Tournee und begleitete in Seefeld Josephine Baker.13 Am 1. Jänner 1967 trat er, 21 Jahre alt, der Gewerkschaft Kunst und freie Berufe im Österreichischen Gewerkschaftsbund bei, Sektion Musiker.14 An der Jazzabteilung des Konservatoriums Wien, der heutigen Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), traf er Anfang der 1970er Jahre den Pianisten Peter Ponger, mit dem er im Quartett in der Wiener Fledermausbar spielte.15 In den 1970er Jahren war Pepl in Studios gefragt, ging mit Peter Alexander, dem populärsten deutschsprachigen Entertainer der Nachkriegszeit, auf Tournee, spielte mit dem Jazzgeiger Toni Stricker und dem Liedermacher André Heller und war Gitarrist und Solist der ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk); 1976 erschien deren LP „Leave Me“ mit ihm als Solisten.16 1974 ist er in einer Fernsehaufnahme des ORF als Heurigengitarrist neben dem Maler und Sänger Arik Brauer zu sehen, eine seltene Aufnahme, die ORF III (Kultur- und Informationssender des ORF) erneut zeigte.17 Grenzen zwischen Unterhaltung und Jazz nahm er nicht wichtig: „Mir ist das Wurscht, daß das Jazz heißt“, sagte er 1988 der Wochenpresse, einem Wiener Nachrichtenmagazin.18

Schwarzweißfoto der Austrian Evergreens, mit denen Pepl 1962 und 1964 Singles aufnahm: fünf Musiker in hellen Anzügen mit dunklem Revers stehen auf einem Platz, mit Saxofon, zwei Gitarren und Schlagzeug, dahinter Bäume; Harry Pepl mit Gitarre.
The Austrian Evergreens mit Harry PeplFoto: H. H. Schweger
Schwarzweißfoto aus den 1970er Jahren: links an den Tasteninstrumenten Peter Alexander, in der Mitte Harry Pepl mit akustischer Gitarre, rechts lachend Fritz Ozmec am Schlagzeug. Nach Angaben der Familie eine Jam-Session vor einem Auftritt.
Peter Alexander, Harry Pepl und Fritz Ozmec beim JammenFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

ORF Big Band und Harry Pepl, 1976

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„For My People“ von der LP „Leave Me“, mit Harry Pepl als Solisten. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Parallel suchte er den eigenen Jazz: im Harald Neuwirth Konsort, im Erich Kleinschuster Sextett, in Albert Mairs Conception M, mit seinem Trio Hip Jargon und in Martin Mumelters Concertodrom, das 1975 klassische Musiker und Improvisatoren zusammenbrachte und bis zum Edinburgh Festival reiste.19 Um 1975 spielte er bei einem Konzert im Duo mit Lee Konitz. Das sei für ihn „der erste Impuls“ gewesen, sich „so frei zu machen“.20 Mit dem Lehrauftrag an der Kunstuniversität Graz, den er 1977 antrat, ließ er die Studioarbeit hinter sich; davon handelt der Abschnitt über seine Zeit als Lehrer.21

Jazzzwio und Austria Drei

Den Vibraphonisten Werner Pirchner holte Pepl 1975 in sein Quartett Hip Jargon. In einer Probenpause spielten die beiden „Stella by Starlight“ im Duo und merkten sofort, wie gut sie zusammen klangen. Daraus wurde das Jazzzwio, nach dem JazzEcho Pepls wichtigstes Projekt.22 Gitarre und Vibraphon, ohne Bass und Schlagzeug: Joachim-Ernst Berendt fand, „dass der Sound Vibrafon/Gitarre noch reizvoller ist als der Vibrafon/Piano-Klang“.23 Der Standard schrieb, das Duo habe „international zwischen Berlin und Montreux mit einer subtilen und intensiven Form der Kammermusik Furore“ gemacht.24 Runo Ericksson schrieb in den Linernotes seiner LP „Omnibus“ über Pepl und Pirchner: „they play like two people in love with each other“.25 Am 1. und 2. Dezember 1979 nahm das Duo in einem kleinen Studio am Bisamberg bei Wien das Album „Gegenwind“ auf, das bei Mood Records in Stuttgart erschien.26

Schwarzweißfoto aus dem Familienarchiv, September 1979: Harry Pepl mit lockigem Haar und Vollbart, in Jeansjacke, spielt eine Akustikgitarre und blickt lächelnd zur Seite, rechts ein Gerät mit Metallstäben.
Harry Pepl mit Akustikgitarre, September 1979Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Am 12. Juli 1981 spielte das Jazzzwio beim Montreux Jazz Festival (renommiertes Jazzfestival in der Schweiz). Pepl war in Graz während des Unterrichts ans Telefon gerufen worden und hatte für das Gitarrenprogramm zugesagt, aber nur im Duo mit Pirchner. „Die waren alle begeistert. Eine Sensation eigentlich“, erzählte er der Wochenpresse, die den Abend den ersten großen Schritt seiner internationalen Karriere nannte.27 Der Mitschnitt erschien bei WEA als „Live, Montreux 1981“. Im Jänner 2009 brachte der Musikkonzern Universal die Aufnahmen aus Montreux und Innsbruck (1984) samt Video unter der Regie von Daniel Pepl als „Live in Concerts“ neu heraus. Der Kurier, eine Wiener Tageszeitung, nannte Pepl und Pirchner „zwei originelle heimische Musiker, die beide viel zu früh gehen mussten und unvergessen sind“, die Kronen Zeitung, Österreichs auflagenstärkste Tageszeitung, schrieb: „Wenn es Klassiker des österreichischen Jazz gibt, hier ist einer!“28

Jazzzwio live beim Montreux Jazz Festival, 12. Juli 1981 (Teil 1)

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Harry Pepl und Werner Pirchner. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Jazzzwio live beim Montreux Jazz Festival, 12. Juli 1981 (Teil 2)

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Harry Pepl und Werner Pirchner. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Daneben spielte Pepl im Quartett Austria Drei mit Pirchner, dem Bassisten Adelhard Roidinger und dem Schlagzeuger Todd Canedy, das im Juli 1979 in München sein einziges Album aufnahm. Das Stück „Boo Bop“ darauf hatte er ursprünglich für vier Gitarren seiner Grazer Klasse geschrieben.29 Von 1979 bis 1982 war er Gast im Vienna Art Orchestra, 1980 spielte er beim New Jazz Meeting in Baden-Baden in The String Summit, dazu kamen Runo Ericksson's Omnibus, The Loss und Adelhard Roidingers ECM-Album (ECM: renommiertes europäisches Jazzlabel) „Schattseite“ (1981 aufgenommen).30

Beim Jazzfestival Saalfelden im Salzburger Land im September 1980 stieg Jack DeJohnette spontan bei einem Auftritt des Jazzzwio ein. Im Juni 1982 nahmen Pirchner, Pepl und DeJohnette im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg mit dem Produzenten Manfred Eicher ein Album auf, das 1983 bei ECM erschien; Pepls Komposition „Air, Love & Vitamins“ ist darauf zum ersten Mal zu hören.31 „Das ist das erste Mal, dass wir wirklich über die Mauer schauen“, sagte Pepl damals der österreichischen Jazzzeitschrift Jazzlive.32 Wie später „Cracked Mirrors“ wurde die Platte mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.33 Im Mai 1985 spielte das Duo, mit Don Moye am Schlagzeug, beim Festival „Beyond the Sound of Music: New Austria / New York“, über das die New York Times berichtete. Im Oktober 1985 gab es die letzten nachweisbaren Konzerte, mit Barry Altschul am Schlagzeug und Walter Schmocker am Bass, darunter am 28. Oktober beim Jazzfestival in Niš, das die LP „Naissus Jazz 85“ festhielt; Pirchner wandte sich danach der Komposition zu, die beiden gingen einvernehmlich getrennte Wege.34

He was an amazing guitarist, pianist and composer. His harmonic, rhythmic and sound concepts were very unique!

Jack DeJohnette, 202035
Schwarzweißfoto, laut Daniel Pepl in Paris, 1987: Jack DeJohnette sitzt mit Harry Pepls Ibanez-Gitarre und hält den Gitarrenhals an den Mund, als wolle er hineinbeißen, wie Jimi Hendrix, der die Gitarre bisweilen mit den Zähnen spielte. Harry Pepl, eine Hand in der Hosentasche, schaut lachend zu. Im Hintergrund ein Verstärker, ein Mikrofon und ein Notenpult mit Noten. Daniel Pepl nannte die Szene 2014 „jimi dejohnette“. Fotografiert hat Heimo Steps, Pepls Förderer und Manager in Graz. Links Harry Pepl, rechts Jack DeJohnette.
Jack DeJohnette mit Harry Pepls Ibanez à la Jimi Hendrix, Paris 1987Foto: Heimo Steps

Jazzzwio beim Naissus Jazzfestival in Niš, 28. Oktober 1985

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„The Theme“ mit Harry Pepl, Werner Pirchner, Barry Altschul und Walter Schmocker. YouTube-Kanal Dusan Classica.

Mit Benny Goodman

1980 und 1981 spielte Pepl in der Band von Benny Goodman. Im November 1980 holte ihn Goodman für zwei Konzerte in die Berliner Philharmonie, mit Don Haas am Klavier, Peter Witte am Bass und Charly Antolini am Schlagzeug. Bei der Probe entstand spontan „Harry Pepl's Blues“; die Aufnahmen erschienen 1996 als „Berlin 1980“.36

Stark beschädigter Farbabzug einer Bühnenszene: ein Bassist, ein sitzender Mann im Smoking, ein Schlagzeug und rechts ein Gitarrist im Scheinwerferlicht. Von links nach rechts: Peter Witte am Kontrabass, Benny Goodman sitzend im Smoking und Harry Pepl mit der Gitarre; der Schlagzeuger ist verdeckt.
Mit Benny Goodman live, Berlin 1980Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Mit Goodman stand er auch vor den Fernsehkameras, etwa in „René Kollo: Ich lade gern mir Gäste ein“, der Gala-Show, in der der Opernstar René Kollo, gefeierter Wagner-Tenor der Bayreuther Festspiele, von 1978 bis 1984 im ZDF internationale Stars empfing. Die deutsch-österreichische Produktion lief oft an den Weihnachtsfeiertagen, in einer Zeit mit nur drei Fernsehprogrammen. 1981 spielte das Quartett in Rom Jazzfassungen des Hauptthemas für Dino Risis Film „Fantasma d'Amore“ mit Romy Schneider und Marcello Mastroianni ein, die Filmmusik schrieb Riz Ortolani. Im September 1981 trat die Band im Tivoli (Vergnügungspark und Konzertstätte) in Kopenhagen auf; der Fernsehmitschnitt ist erhalten.37

Benny Goodman im Tivoli, Kopenhagen, September 1981

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„Oh, Lady Be Good“ mit Benny Goodman, Don Haas, Harry Pepl (im Abspann „Harry Pepi“), Peter Witte und Charly Antolini. Fernsehmitschnitt, YouTube-Kanal 1964Mbrooks.

Für Goodman spielte Pepl mit kleinem Verstärker, ohne Hall und Delay, „wie der Großvater von Charlie Christian“. Es sei nicht seine Musik gewesen, aber „ein Riesenerlebnis“. Ein weiteres Konzert in Wien lehnte er ab.38 Goodman schickte ihm ein Foto mit der Widmung „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.39

ECM, Air Mail und die Portal Unit

Auf Anregung des Schlagzeugers Wolfgang Reisinger entstand 1983 Air Mail, Pepls US-österreichische Band. Im Herbst 1983 stand die Besetzung fest: Pepl, Wolfgang Puschnig (Altsaxofon, Flöte), der eigens eingeflogene amerikanische Bassist Mike Richmond, nach dem die Band benannt ist, und Reisinger.40 Der Durchbruch kam beim Festival Moers (renommiertes Festival für Jazz und improvisierte Musik in Nordrhein-Westfalen) am Pfingstmontag, 11. Juni 1984. Es folgten „Prayer for Peace“ (Moers Music, aufgenommen im Februar 1985) und „Light Blues“, im Juli 1987 live in Wels aufgenommen, 1988 bei Amadeo (ehemaliges Wiener Label für Jazz und Klassik) erschienen und 2001 von Universal neu herausgebracht.41 Air Mail probte „wie eine Popband“: Die Themen wurden vorgespielt statt notiert und im Unisono geübt, bis sie saßen. „Da haben wir wirklich ziemlich verrückt geübt“, sagte Pepl.42 Sieben Jahre spielten Puschnig und Reisinger mit ihm; Puschnig sagte im Rückblick: „Ich habe einfach seine musikalische Sprache gelernt.“43 Das letzte Konzert von Air Mail fand 1993 beim Festival in Raab statt.44

Air Mail live beim Jazzfestival Amiens, 1986

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Konzertmitschnitt. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Ab 1984 spielte Pepl mit dem französischen Klarinettisten und Saxofonisten Michel Portal: zuerst am 23. September 1984 im Grazer Schlachthof mit George Lewis, Joachim Kühn, Jean-François Jenny-Clark und Daniel Humair, dann in Paris im Théâtre de la Ville und im Centre Pompidou sowie auf französischen Festivals. Er ist auf Portals Studioalbum „Turbulence“ zu hören und auf „Men's Land“, im Mai 1987 live in Amiens mit Dave Liebman, Jenny-Clark, Jack DeJohnette und Mino Cinelu aufgenommen.45 Le Monde nannte ihn einen „Giganten der Improvisation“.46 Im Oktober 1986 nahm er mit dem Quintett von Enrico Rava und Dino Saluzzi das ECM-Album „Volver“ auf, mit seinem Stück „Ballantine for Valentine“, und ging mit der Band drei Monate auf Europatournee.47

Jazzfestival Amiens, Frankreich, Mai 1987: links sitzend Harry Pepl mit der Gitarre, daneben zwei Saxophonisten und der Kontrabass. Von links nach rechts: Harry Pepl, Dave Liebman, Michel Portal mit dem Altsaxophon und Jean-François Jenny-Clark am Kontrabass. Die Namen nannte der Fotograf Frank Lantiez; sie stimmen mit der Besetzung von „Men's Land“ überein, dem Livealbum vom selben Festival.
Michel Portals Gruppe in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez
Sepiafoto aus der Zeit in Frankreich, 1986 oder 1987: Jack DeJohnette sitzt mit Harry Pepls Ibanez-Gitarre und hält sie wie ein Linkshänder, Harry Pepl steht daneben und schaut zu. Pepl und DeJohnette spielten damals mit Michel Portal. Links Harry Pepl, rechts Jack DeJohnette.
Jack DeJohnette mit Harry Pepls Ibanez-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Für „Cracked Mirrors“, sein eigenes ECM-Album, spielte Pepl im Februar 1987 mit dem Flügelhornisten Herbert Joos in einem Studio in der Wachau; Jon Christensen nahm das Schlagzeug danach in Oslo dazu auf. Den Anstoß und die Vorfinanzierung gab der Grazer Veranstalter Heimo Steps.48 Das Album erschien am 30. Mai 1988. Es ist das erste, auf dem Pepl die MIDI-Gitarre prägend einsetzt, und erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.49 ECM kündigte drei Musiker an, „die auch in avancierten Spieltechniken mit viel Sinnlichkeit und Wärme zu improvisieren imstande sind“; eine Kritik wies Pepl als „einen der innovativsten Gitarristen des gesamteuropäischen Raumes“ aus.50 Nach dem Konzert im Linzer Posthof im April 1988 schrieb Robert Urman von einem „Trio der Extraklasse“.51 Im Dezember 1988 ging das Trio mit Tony Oxley am Schlagzeug auf Tournee durch Österreich und spielte in der Esslinger Dieselstraße, wo die Eßlinger Zeitung staunte, dass Pepl „ein fulminantes Schlagzeugsolo auf der Gitarre“ spielte.52 „Der österreichische Musiker Harry Pepl ist ein international gefragter Mann“, schrieb die Wochenpresse.53

Im Mai 1987 stand Pepl mit dem Saxophonisten Karlheinz Miklin und zwei Größen der New Yorker Szene auf der Bühne: dem Bassisten Ron McClure, der mit Charles Lloyd und Keith Jarrett gespielt hatte, und dem Schlagzeuger Billy Hart aus Herbie Hancocks Mwandishi-Band; die beiden spielten damals gemeinsam in der Band Quest. Ein Konzert im Katholischen Studentenhaus Münzgraben in Graz ist als VHS-Mitschnitt erhalten.

Karlheinz Miklin, Harry Pepl, Ron McClure, Billy Hart, Graz, Mai 1987

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Konzert im Katholischen Studentenhaus Münzgraben, VHS-Mitschnitt. YouTube-Kanal kh m.

Harry Pepl, Herbert Joos und Jon Christensen im Stadtgarten Köln, 1989

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Konzertmitschnitt des Trios. YouTube-Kanal Fullmax Recordings.

Sein Spiel fasste Ralf Dombrowski im Nachruf der Süddeutschen Zeitung so: Pepl habe einen Spielstil geprägt, der „mit ausladenden Spannungsbogen, unerwarteten Harmoniefolgen und klaren, stellenweise metallischen Sounds melodisch und rhythmisch das Ausdrucksspektrum seines Instruments erweiterte“.54 Kollegen aus den USA schätzten ihn. John Scofield sagte über ihn: „He is one of my favourites“, John Abercrombie: „He's great, he's like a machine gun.“ Pat Metheny und Bill Frisell lernte er über seine internationale Festivaltätigkeit kennen, zuerst beim Festival Jazz in Neuwied (Rheinland-Pfalz, Deutschland), später bei Konzerten und Workshops des NDR (Norddeutscher Rundfunk, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für Norddeutschland); wo er überall spielte, zeigt die Übersicht Festivals und Bühnen. Frisell half er einmal bei einem Konzert mit Saiten aus.55 Metheny kam eigens in den völlig überfüllten Wiener Jazzclub Jazzspelunke in der Dürergasse, um Pepl zu hören, der dort mit Werner Pirchner, Marc Johnson und Joris Dudli spielte. Pepl erinnerte sich: „Wir spielten gerade ‚Air, Love and Vitamines‘, als der Pat hereingekommen ist, der eine große Freude hatte.“56 Einmal scherzte Metheny, er würde sich gern mit ihm auf der Gitarre duellieren.57

Wie tief Pepl bei aller Modernität in der Tradition der Jazzgitarre wurzelte, zeigt eine Erinnerung aus dem Titanic, einem damals angesagten Club in der Wiener Theobaldgasse. Pepl spielte dort mit Air Mail, mit Wolfgang Puschnig, Mike Richmond und Wolfgang Reisinger, als mitten im Set der Strom ausfiel. Nur noch die Kerzen auf den Tischen gaben Licht. Während man hektisch den Fehler suchte, begann Pepl allein ein Stück von Wes Montgomery zu spielen, leise, akustisch und ganz im Stil des Vorbilds, und im Lokal wurde es rasch still und andächtig.58 Noch Jahre später, so der Porgy & Bess (Wiener Jazzclub), kam von Gitarristen wie Abercrombie und Scofield immer dieselbe Frage: „And how is Harry?“59

Harry Pepl lacht auf der Bühne des Jazzfestivals Amiens, Frankreich, im Mai 1987, helles Sakko, Blick nach rechts.
Harry Pepl in Amiens 1987Foto: Frank Lantiez

Komponist

Ende der 1980er Jahre trat Pepl als Komponist für Kammerensembles hervor. Seine Methode nannte er Real-time Composing oder Instant Composing: Er improvisierte mit der MIDI-Gitarre Stimme für Stimme, ließ das Ergebnis als Partitur ausdrucken und korrigierte es nicht nach. Das Programmheft des Wiener Musikvereins (traditionsreicher Konzertsaal der Gesellschaft der Musikfreunde) sprach 1990 von einem Vorgang, bei dem „das Werk in dem Augenblick, in welchem es erfunden wurde, auch schon schriftlich fixiert ist“. Die Arbeitsweise beschreibt eine eigene Seite zum Real-time Composing.60

In dem Augenblick, in dem ich inspiriert musiziere oder komponiere - was für mich dasselbe ist -, glaube ich an das Absolute: an die Wahrheit, in der alle Gegensätze zusammenfallen.

Harry Pepl, 199661
Schwarzweißes Studioporträt vor weißem Grund: Harry Pepl sitzt in schwarzer Lederjacke auf einem Bugholzstuhl, die Arme auf eine Westerngitarre gelegt, und blickt mit leichtem Lächeln in die Kamera.
Harry Pepl mit Westerngitarre, StudioporträtFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Am 16. März 1989 spielte das Ensemble Wien im Brahms-Saal des Musikvereins seine „Ballade for Mr. Dinozo“, gewidmet Dino Saluzzi; am 14. Dezember 1989 folgte dort „Grogos“, ein Auftrag der Gesellschaft der Musikfreunde.62 Am 27. Februar 1990 widmete ihm das Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig im Brahms-Saal ein Komponistenporträt; Pepl spielte selbst Gitarre mit MIDI-System, den Klavierklang lieferte ein Bösendorfer-Computerflügel 290 SE.63 Thomas Larcher spielte im Februar 1991 im ORF-Studio Tirol sieben Werke von ihm.64 Am 3. Dezember 1991 brachte das international renommierte Kronos Quartet im Grazer Konzertsaal Orpheum „Moving Navel“, „String Quartet No. 8“ und „Obsession“ zur Welturaufführung, vermittelt von Heimo Steps.65 Für STUDIO PERCUSSION graz entstand „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ für Schlagzeugensemble und Zuspielband, uraufgeführt am 11. März 1992 im Orpheum.66 Am 6. Mai 1993 spielte das Artis-Quartett im Brahms-Saal das im Februar entstandene Streichquartett „Über kurz oder lang, von der Weite und der Enge“. „Darf man von Pepl nur das Unerwartete erwarten“, zitierte das Programmheft eine Kritik. Der Kurier fand das „fragile, Trauer vermittelnde Werk“ zwischen Beethoven und Brahms „als Sandwich-Einlage zu schade“. Während einer leisen Stelle setzte draußen ein Gewitter ein: „Es war eine unglaubliche Stimmung, als auf einmal das Rauschen des Regens einsetzte.“67

Farbfoto vom Cover des Klavier-Soloalbums „Flow“ (PAO Records, 1996): Harry Pepl am Steinway-Flügel im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins, den rechten Arm auf das Gehäuse gestützt, die linke Hand auf den Tasten, im Hintergrund goldene Säulen, Kronleuchter und die Sitzreihen. Hier spielte er das Album am Sonntag, 10.03.1996 in einem Take ein. Fotograf nach Angabe der Familie Peter Schramek, damals Fotograf des Wiener Musikvereins, den das Booklet für das Foto der Rückseite nennt.
Am Steinway im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins, 1996Cover: PAO Records

Das Album „Schönberg Improvations“ entstand im November 1989 in Wien. Pepl spielte die Klavierstimmen über die MIDI-Gitarre in einen Bösendorfer 290 SE ein, zuerst die linke, dann die rechte Hand; dazu kamen Dave Liebman, Wolfgang Reisinger und Johannes Enders. Statt sechs Tagen dauerten die Aufnahmen im Studio im Keller des Wiener Konzerthauses neun. Als Pepl verlängern wollte, war für den Folgetag schon der Tenor José Carreras gebucht. Pepl meinte lakonisch, er werde mit Carreras reden und ihn um Aufschub bitten; dafür spiele er einmal bei ihm Gitarre, und Carreras dürfe bei ihm auch „ein bisschen was singen“. So erinnert sich der Studiobetreiber Richard Österreicher jun.68 Beim Präsentationskonzert im Wiener Konzerthaus am 7. Februar 1990 spielte der Flügel selbst, Pepl bediente nur das Haltepedal. „Musikalischer Quantensprung“, urteilte die Zeitschrift Tschin Bumm.69 Andreas Felber nannte die Platte 2004 in den Liner Notes zur CD-Ausgabe das „bisher kompromissloseste Dokument seines Prinzips des Instant Composing“.70

Kontaktbogen mit drei Aufnahmen aus einem Aufnahmeraum: ein Mann am Bösendorfer-Flügel, den Kopf auf die Hand gestützt, im Hintergrund Mikrofonständer.
Bösendorfer-Projekt 1989, KontaktbogenFoto: David Liebmann

Im Juni 1992 spielte sein Quartett mit Claus Stötter, Paul Nowinski und Jojo Mayer auf Einladung der Knitting Factory in New York und nahm am Tag darauf „N.Y.C. Impressure“ auf. „Mir fiel selber an mir auf, daß ich dort völlig anders spiele als daheim“, sagte Pepl der Zeitschrift Jazzlive.71 Die Salzburger Nachrichten befanden im Mai 1994, dass die Platte „zum Aufregendsten zählt, das in den letzten Jahren hierzulande produziert worden ist“, und nannten sie im Dezember das österreichische Jazzalbum des Jahres, aus Sicht ihres Autors. Ljubiša Tošić hörte im Standard eine Phrasierung, „reizvoll und angenehm unberechenbar“, die Kronen Zeitung schrieb: „Die Wandlungsfähigkeit gehört zu Pepl wie die Hinwendung zu verschiedenen (Komponier-)Techniken.“72 Das Land Niederösterreich zeichnete ihn 1991 und 1998 mit seinen jährlich vergebenen Kulturpreisen für Musik aus; der Kurier stellte ihn 1998 als „Gitarrist und Pianist von Weltruf aus Hernstein“ vor.73

Die New Yorker sind jedesmal ganz baff, wenn sie hören, daß ich von den österreichischen Bergen komme.

Harry Pepl im Kurier, 199874

Auch der Bund förderte den Komponisten. Der Kunstbericht 1996, der jährliche Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat über die Kunstförderung des Bundes, verzeichnet für ihn eine Kompositionsförderung von 60.000 Schilling (umgerechnet rund 4.360 Euro).75 Ab Herbst 1999 wirkte Pepl dann selbst an der Förderung des Komponierens in Österreich mit: Gemeinsam mit den Komponisten Paul Hertel und Michael Radulescu saß er in Jurys der Kunstsektion des Bundeskanzleramts, 1999 für den Förderungspreis für Musik in der Sparte Orchesterwerke, 2000 für die Staatsstipendien für Komponistinnen und Komponisten und in der zweiten Jahreshälfte 2001 für die Kompositionsförderungen.76

Lehrer in Graz

1976 bot die Kunstuniversität Graz Pepl die Leitung der Ausbildungsklasse für Jazzgitarre an. Er nahm an und löste 1977 seinen Vertrag mit der ORF Big Band: „Ich entschied mich, zu unterrichten, und nur noch wirklich Jazz zu spielen, und den Kommerz und das Studio als Job hinter mir zu lassen.“77 1984 wurde er ordentlicher Professor an der Kunstuniversität Graz. Er unterrichtete bis Mitte der 1990er Jahre.78 Laut seiner Kurzbiografie von 2000 gab er außerdem Seminare an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Deutschland), wo unter anderen der Gitarrist Andreas Willers bei ihm studierte, und unterrichtete an der Internationalen Jazzakademie St. Pölten (1992) und an der Niederösterreichischen Jazzakademie Zeillern (1990 bis 1994).79 Der Grazer Jazzforscher Michael Kahr zählt ihn zu den Musikern, die das Grazer Jazzleben über lange Zeit als Solisten und Leiter erfolgreicher Projekte geprägt haben.80 „Der Gitarreprofessor zu Graz gilt international als einer der besten seines Faches“, schrieb die Kleine Zeitung 1988.81

Schwarzweißporträt: Harry Pepl sitzt mit einer Jazzgitarre im Arm und blickt in die Kamera; an der Wand das Plakat eines Konzerts mit Mike Richmond und Wolfgang Reisinger in Linz („Montag, 14. Mai“), rechts ein Effektgerät.
Harry Pepl mit Archtop-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Der Unterricht war für ihn selbst eine Quelle: „Durch das ständige Vorspielen machte ich mir immer selber Gedanken, was man da noch machen könnte.“82 Seinen Studierenden gab er mit: „Wichtig ist, die individuelle Linie zu finden, dazu heißt es üben, üben, üben.“83 Guido Jeszenszky, der 1977 bei ihm begann, erinnert sich an einen Lehrer, der mit wechselnden Gitarren kam, ständig nach Sounds suchte und im Unterricht fast die ganze Zeit spielte.84 Im Mai 1982 kam Larry Coryell an die Kunstuniversität Graz und spielte eine Jam-Session mit Pepl, „von dem er sehr beeindruckt war“, wie die Steirerkrone berichtete.85 Zu Pepls Studierenden gehörten Wolfgang Muthspiel, Peter Havlicek, Guido Jeszenszky und Helmut Weinhandl; Gerald Gradwohl sagte 2017, Pepl habe ihn gelehrt und inspiriert.86 Wolfgang Muthspiel nannte die Zeit bei ihm 2002 im Falter, der Wiener Stadtzeitung, „sehr prägend“: „Die Stunden bei ihm am Konservatorium waren wie ein erweitertes Konzert.“87 An der Grazer Jazzabteilung war Pepl sein einziger Lehrer für Jazzgitarre, so hält es Martin Schaberls Magisterarbeit über Muthspiel von 2004 fest; der Schweizer Schlagzeuger Jojo Mayer nennt Pepl dort Muthspiels „frühen Lehrer und Mentor“.88 2022 erinnerte er sich an seinen Lehrer als „an important guitar player“ mit unverwechselbarem Klang und großem Zeitgefühl, für ihn eine internationale Figur mit eigener Stimme.89 Privat kam der Wiener Gitarrist Andy Manndorff zu ihm, nach Angabe Daniel Pepls sein erster Schüler, der um 1971 mit 14 Jahren um Stunden bat; Manndorff, später ein guter Freund, sagte rückblickend, Pepl sei „der einzige Lehrer“ gewesen, „der mir etwas beibringen konnte“.90 Außerhalb von Graz führen ihn die Wiener Meisterkurse in ihrer Liste der Lehrenden seit 1975 für Jazzgitarre.91 Das JazzEcho sah in ihm „mit seiner eigenwilligen Vorstellung von Harmonisierungen, Melodieführungen, Sound und Rhythmik eine wichtige Stilalternative zum afroamerikanischen Modell“.92 Der frühere Rektor der Kunstuniversität Graz, Otto Kolleritsch, nannte ihn nach seinem Tod einen „begnadeten Gitarristen“ und eine „Ausnahmeerscheinung“.93 Für die großen Jazzmusiker, die nach Graz kamen, war er nach Heimo Steps „Mister Graz“.94

Das erste, was mir einfällt, [ist] die Autorität mit der Time […]. Und auf der Gitarre vielleicht überhaupt der, was das betrifft, der am weitesten ist von allen Musikern. Ich liebe es, wie Pat Metheny mit der Time umgeht. Ich finde, es swingt total. […] Aber was Harry Pepl ‚aufführt‘, ist ein anderer Planet. Und wie flexibel seine Time ist, dass das alles nicht nur in einem bestimmten rhythmischen Raster abläuft.

Wolfgang Muthspiel im Interview mit Martin Schaberl, 200395
Harry Pepl sitzt mit seiner Gitarre auf einem Stuhl, hinter ihm ein Rack mit Effektgeräten und ein Verstärker, vor ihm auf dem Teppich ein Effektboard; links vorne angeschnitten eine weitere Person. Beim Unterrichten an der Kunstuniversität Graz (Auskunft Daniel Pepl, 19.10.2026). Das Foto erschien in Martin Schaberls Hochschulschrift über Wolfgang Muthspiel (Kunstuniversität Graz, 2004, S. 165).
Harry Pepl beim Unterrichten, August 1992Foto: Martin Schaberl

Nach Pepls Abschied betreuten Gastlehrende die Jazzgitarre an der Kunstuniversität Graz, unter ihnen der Wiener Gitarrist Karl Ratzer (1999 bis 2003), bis die Professur 2004 an Pepls früheren Studenten Guido Jeszenszky ging.96

Farbfoto mit Datumsaufdruck 2001: Harry Pepl und Karl Ratzer (mit Baskenmütze) Arm in Arm, rechts ein Reportermikrofon. Nach Angaben der Familie aus der Zeit, als Ratzer sich um die Professur für Jazzgitarre an der Kunstuniversität Graz bewarb; er unterrichtete dort 1999 bis 2003 als Gastlehrender. Links Harry Pepl, rechts Karl Ratzer.
Harry Pepl und Karl Ratzer, 2001Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Ich fühle mich der musikalischen Wahrhaftigkeit verpflichtet und denke und spiele in mehreren rhythmischen Ebenen.

Harry Pepl im Kurier, 199897

Das Heimstudio in Hernstein und die Lonely Single Swinger Band

Um 1980 zog Pepl nach Hernstein in Niederösterreich und richtete sich im Keller seines Hauses ein Tonstudio ein. Wenn er zum Musizieren hinunterging, sagte er oft, halb ironisch, halb ernst: „Ich geh jetzt ins Bergwerk.“98 „Ich will möglichst alles selber machen“, sagte er 1994 der Kronen Zeitung über sein Studio.99 Dann kam ein Einschnitt, der ihn tief traf. Nach Heckel erlitt er 1989 eine erste Hirnblutung, von der er sich gut erholte, und 1994 eine zweite.100 Ab 1994/95 zog er sich ganz vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurück; nur noch selten stand er auf einer Bühne, zum letzten Mal im Dezember 1997 bei den INNtöne in Oberösterreich. Für einen Musiker, der vom gemeinsamen Spiel im Augenblick lebte, war dieser Abschied sehr schmerzlich und tragisch. Der Gitarrist Peter Paul Skrepek überliefert dazu einen Satz, den Pepl „mit einem leisen Lächeln“ sagte: „Jetzt, wo ich alles spielen kann, was ich will, darf ich nicht mehr.“101 Doch Pepl machte für sich das Beste daraus und blieb bis zuletzt höchst produktiv. Zuerst wandte er sich dem Klavier zu, denn auf der Gitarre hatte er, wie er sagte, nur noch „den analytischen Blick auf Technik und Fingersätze“ und war „nicht mehr frei genug“.102 Der Wiener Zeitung erzählte er 1998: „Aber Musik ist mein Leben, und ich kann nicht nicht spielen, also beschloß ich, es mit einem anderen Instrument zu versuchen und bin aufs Klavierspielen gekommen, das mir ohnehin immer sehr viel Spaß gemacht hat.“103 So entstanden zwei Klavieralben: „Consequence“, im November 1995 in der Bösendorfer-Fabrik in Wien frei improvisiert und erst 2020 veröffentlicht, und „Flow“, am 10. März 1996 im Brahms-Saal in einem Take eingespielt und bei PAO Records (Label des Posaunisten und Initiators des INNtöne-Festivals Paul Zauner) erschienen.104 „Ich wollte, daß man auf der CD auch den Raum hört“, sagte er der Zeitschrift Concerto über „Flow“.105 „Beim Klavierspielen genieße ich die große Freiheit“, schrieb er 1995.106

Mein Hauptproblem ist der hohe Blutdruck. Wieder ein Gegensatz: nach außen erscheine ich vielleicht ruhig, aber innen rennt es in mir herum wie wahnsinnig.

Harry Pepl in der Zeitschrift Concerto, 1998107

Über seinen sehr hohen Blutdruck sprach Pepl selbst oft und offen, nicht ohne Selbstironie. In der Familie sagte er, er komme davon nicht „herunter“, es laufe „wie irre“ in ihm herum.108 Er war ein Mensch der Gegensätze, und er wusste es: „Ich bin ein Mensch der Gegensätze“, sagte er 1998 der Zeitschrift Concerto, „oft sehr lustig oder ironisch und dann wieder sehr traurig. Wahrscheinlich hört man das auch in meinem Spiel.“107 Nach außen ruhig, mit tiefer, sanfter Stimme, stand er innerlich immer unter Strom und Hochspannung, und bei der Musik wurde er sehr, sehr ernst.109 „Im äußerlich so introvertiert wirkenden Virtuosen brodelte es, wenn er spielte“, schrieb die Wiener Tageszeitung Die Presse im Nachruf.110 Gerade die Gitarre, mit der er so innig verbunden war, trieb den Blutdruck hoch: „Musik bedeutet für mich Emotionen und Erinnerungen. Und sogar wenn ich etwas spiele, das mir nicht so gefällt, geht der Blutdruck rauf, weil es mir dann auf den Wecker geht.“107 Den hohen Blutdruck habe er „wegen der Musik“, meinte er zu seinem Sohn Daniel; am Klavier und am Schlagzeug blieb er dagegen ruhiger.111 Nach seinem Auftritt bei den INNtöne 1997 mit Michel Portal, Franz Hackl, Wolfgang Reisinger und Toninho Horta sagte er: „aber frage nicht, was nachher mit meinem Blutdruck war!“107 Und als er einmal ein Konzert des Gitarristen Alex Machacek besuchte, freute er sich, wie die Band ganz im Sinn von Frank Zappa anschob, musste aber wegen seines Blutdrucks vorzeitig gehen.112

Farbfoto: Harry Pepl mit grauem Bart und dunklem Oberteil sitzt in seinem Tonstudio zwischen Holzregalen, Kopfhörern und Studiogeräten, hebt den Daumen und blickt zur Seite; unten im Bild der Hals einer E-Gitarre.
Harry Pepl in seinem Heimstudio in HernsteinFoto: Andrea Wogowitsch

Im Heimstudio probte Pepl auch mit Gästen, Anfang der 1990er Jahre etwa mit dem Schlagzeuger Ronnie Burrage und dem Saxofonisten John Purcell von Abstract Truth; an der Wand hing das Plakat seines Trios mit Herbert Joos und Jon Christensen.113

Farbfoto, frühe 1990er Jahre: Ronnie Burrage, Harry Pepl und John Purcell lachen im Heimstudio in Hernstein in die Kamera. Von links nach rechts: Ronnie Burrage, Harry Pepl und John Purcell.
Ronnie Burrage, Harry Pepl und John Purcell, lachendFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Im Studio fand er dann zu einer ganz eigenen Logik. Dort entstand, was Pepl „Harry Pepl's Lonely Single Swinger Band“ nannte: eine Band, in der er alle Instrumente selbst spielte. Meist begann er mit dem Schlagzeug, dann kamen Gitarre, ein Bass-Sample über die MIDI-Gitarre, Klavier und Scat-Gesang dazu, Spur für Spur und jeweils improvisiert als Antwort auf das Vorhandene.114 Den Vergleich mit dem italienischen Komponisten Giacinto Scelsi zog Pepl selbst: Scelsi lebte zurückgezogen in Rom und ließ aus seinen auf Tonband aufgenommenen Improvisationen Werke notieren; Pepl nannte ihn „den in der Höhle Lebenden“.115 Er spielte, wie er sagte, „ohne irgendeinen Bezugspunkt eines Metronoms in einer gewissen time, einer Akkordfolge oder einer Melodie“. Den Namen erklärte er damit, dass „alle Stücke irgendwie Single sind und traurig, und swingen oder nicht swingen tuts auch“.116 Zwischen 1995 und 2005 nahm er dort „kiloweise“ Musik auf, wie Daniel Pepl der Zeitschrift Concerto erzählte, katalogisierte sie und bewertete viele Stücke mit drei bis fünf Sternen, von „so ok“ bis „leiwand“; eine Auswahl brannte er auf CDs wie die „Weihnachts-CD 1999“.117 Warum diese allein eingespielten Spuren wie eine gemeinsam improvisierende Band klingen, ordnet die Seite Das Paradox der Gleichzeitigkeit ein.

Bei dieser Arbeit standen ihm seine beiden Söhne zur Seite. Der ältere, der Musikwissenschafter Georg Pepl, war ab Anfang der 1990er Jahre beim Notensatz der eigentliche Editor: Er machte aus der am Computer erzeugten Notation spielbare Partituren, so beim Streichquartett „Über Kurz oder Lang“ für das Artis-Quartett, und notierte „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ und „Zeitraffer“ für STUDIO PERCUSSION graz; zu „Flow“ schrieb er den Begleittext.118 Der jüngere, Daniel Pepl, wohnte damals zuhause, studierte in Wien und erkundete selbst gerade das Produzieren. Ab 1995 und 1996 bis zum Tod seines Vaters war er eng eingebunden: Er half ihm als Tontechniker bei den Aufnahmen, beim Mixing und beim Mastering, die Harry Pepl dann selbst machte, auch in der Zeit der Lonely Single Swinger Band. Im Booklet von „Flow“ ist er gemeinsam mit dem Pianisten Stephen Ferguson für den Schnitt genannt.119 Mixing und Mastering machte Harry Pepl oft auch für seine eigenen Zusammenstellungen, etwa „Best-of“- und Weihnachts-CDs, die er an Freunde und Bekannte verschenkte.120

Schwarzweißfoto: Harry Pepl sitzt in seinem Heimstudio mit einer Halbresonanz-E-Gitarre der Marke Ibanez und blickt lächelnd auf das Griffbrett; hinter ihm Regale mit Archivkästen, ein Kopfhörer am Haken, links ein Tonbandgerät.
Harry Pepl im Heimstudio mit Ibanez-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

2004 kam diese Musik erstmals auf die Bühne: Im Wiener Jazzclub Blue Tomato und beim Salzburger Jazzherbst improvisierten Clemens Salesny, Wolfgang Schiftner und Lorenz Raab zu seinen Aufnahmen, dazu zeigte der Fotograf Rainer Rygalyk Bilder; Pepl war dabei. Rygalyk nannte Salzburg seinen letzten großen öffentlichen Auftritt.121 Harry Pepl starb am 5. Dezember 2005 in Wiener Neustadt, im Alter von 60 Jahren.122

Schwarzweißfoto im Heimstudio in Hernstein, Niederösterreich: Harry Pepl und der Fotograf Rainer Rygalyk (rechts, mit Kappe) zwischen Mischpult, Bildschirm, Keyboard und Regalen voller Tonbänder und Kassetten. So sah das Studio aus, in dem Pepl seine Real-time Compositions und die Aufnahmen der Lonely Single Swinger Band einspielte. Links Harry Pepl, rechts Rainer Rygalyk.
Harry Pepl und Rainer Rygalyk im Heimstudio HernsteinFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Der Standard schrieb im Nachruf, Pepl „gehörte in seiner aktiven Phase zu den bedeutendsten Gitarristen weltweit“. Für das JazzEcho war er „einer der prägenden Instrumentalisten der europäischen Jazzszene“, für die Frankfurter Allgemeine Zeitung „einer der anregendsten Stilisten auf dem akustischen wie dem elektrischen Instrument“. Die neue musikzeitung zählte ihn nach einer Meldung des ORF zu den Musikern, „die den österreichischen Jazz national und international geprägt und beeinflußt haben“. Die Presse schrieb: „Im äußerlich so introvertiert wirkenden Virtuosen brodelte es, wenn er spielte.“123

Nachwirkung

Auch seine Instrumente erzählen Geschichte. Pepls Gibson Les Paul (E-Gitarre des US-Herstellers Gibson), eine überlackierte Goldtop von 1954 mit P-90-Tonabnehmern, gehörte zuvor Lou Reed (US-Rockmusiker, The Velvet Underground). Nach der Überlieferung der Familie war Reed nach einem Konzert in Wien gestrandet und verkaufte die Gitarre im Wiener Musikgeschäft For Music (damals eines der großen Gitarrengeschäfte Europas, gegründet von Dietmar Lausegger, 1950 bis 2011), wo Harry Pepl sie kaufte. Nach Auskunft von Daniel Pepl geschah das sicher vor dem Jazzzwio (ab 1975), vermutlich für die Arbeit in der ORF Big Band, der Pepl ab 1971 angehörte, also in der ersten Hälfte der 1970er Jahre. Die Goldtop klingt bis heute: Daniel Pepl lieh sie der Band Great Rift (Wiener Heavy-Psych-Rockband) für die Aufnahmen zu ihrer neuen Platte.124

Die Gibson Les Paul von 1954 im Koffer: Sunburst-Lackierung mit deutlichen Spielspuren, zwei P-90-Tonabnehmer, cremefarbenes Schlagbrett. Zuvor gehörte die Gitarre Lou Reed.
Harry Pepls Gibson Les Paul von 1954Foto: Daniel Pepl

Bibl Rocks: „Is this a 50s Gibson LesPaul?“

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Harry Pepls Les Paul Goldtop, vorgestellt in der Gitarrenshow Bibl Rocks, 2021. YouTube.
Der Gitarrist Andi Lechner mit Harry Pepls Gibson Les Paul von 1954, die zuvor Lou Reed gehörte. Daniel Pepl lieh die Gitarre für Aufnahmen aus.
Harry Pepls Les Paul von 1954Foto: privat

In den 1980er Jahren warb die Wiener Saitenmanufaktur Thomastik-Infeld (Hersteller von Saiten für Streich- und Zupfinstrumente) mit Pepl für ihre Gitarrensaiten „Rock & Soul Strings“. Die Anzeige nennt ihn den „kometenhaften Aufsteiger unter den europäischen Jazzgitarristen“, Pepl selbst begründet dort seine Wahl:125

Ich spielte Rock & Soul-Strings, weil sie die Stimmung halten, nicht oxydieren, leicht zu ziehen, weich und klanglich vollkommen sind.

Harry Pepl, Anzeige von Thomastik-Infeld, 1980er Jahre
Gefalteter Werbeprospekt der Wiener Saitenmanufaktur Thomastik-Infeld für die Gitarrensaiten „Rock & Soul Strings“ (Electric Guitar, Super Light) mit einem Foto von Harry Pepl mit Schirmmütze an der Jazzgitarre. Der Text nennt ihn den „kometenhaften Aufsteiger unter den europäischen Jazzgitarristen“, darunter steht ein Zitat von Pepl. Unten beginnt die Seite des Gitarristen Gerd Bienert.
Anzeige von Thomastik-Infeld mit Harry Pepl, 1980er JahreAnzeige: Thomastik-Infeld, Wien; übermittelt von Lisi Perner

Im September 2006 legte Nikolaus Kohler an der Universität Wien die erste wissenschaftliche Arbeit über Pepl vor, für die er ihn noch selbst interviewt hatte.126 Im selben Herbst vergab der Grazer Veranstalter gamsbART im Rahmen des Austrian Soundcheck (Festival in Graz) erstmals den Harry-Pepl-Preis für junge Musiker:innen, als Stipendium der Stadt Graz über 5.000 Euro; unter den späteren Preisträger:innen sind Clemens Salesny und Stefan Heckel. Für Otmar Klammer war Pepl „ein unverbesserlicher musikalischer Visionär“, die Kleine Zeitung schloss ihren Bericht mit „Hut ab vor Harry P.!“127 Am 6. Dezember 2006 spielten Musiker:innen im Wiener Porgy & Bess „A Tribute to Harry Pepl“, der Erlös ging an die Verwaltung des Nachlasses.128 Der Deutschlandfunk (überregionaler öffentlich-rechtlicher Hörfunksender in Deutschland) widmete ihm im März 2007 eine Folge seiner Reihe „Milestones“ über Klassiker der Jazzgeschichte.129

Christian Muthspiel widmete 2007 der Musik von Pirchner und Pepl das Album „Against the Wind“; Wolfgang Muthspiel hatte schon 2004 ein Album nach „Air, Love & Vitamins“ benannt.130 Das Stück wird bis heute gespielt: 2025 nahmen der in München lebende Vibraphonist Tim Collins und der Pianist Martin Gasselsberger es für ihr Duoalbum „Songs From The Treehouse“ auf.131 Das dänische Kresten Osgood Quintet spielte beim Copenhagen Jazz Festival 2023 Pepls „The Halley's Comet Light Blue Blues“; das Album „Live At H15 Studio“ wurde bei den Danish Music Awards Jazz (dänische Auszeichnung für Jazz) 2024 als Jazz-Veröffentlichung des Jahres ausgezeichnet.132

Schwarzweißes Gruppenbild: vier Musikerinnen und Musiker lehnen nebeneinander an einer weißen Wand, links davon steht als blasse, montierte Figur Harry Pepl (laut Cover der Doppel-CD). Von links nach rechts: Harry Pepl (Überblendung), Clemens Salesny, Martin Bayer, Peter Primus Frosch und Agnes Heginger.
Das Quartett mit Harry Pepl als Überblendung, 2015Foto: Manulli by Ania Radziszewska

Den Nachlass verwaltet sein Sohn Daniel Pepl, der die Editionen bei Fullmax Recordings produziert. Zum zehnten Todestag erschien 2015 die Doppel-CD „Harry Pepl & Clemens Salesny / Martin Bayer / Peter Primus Frosch / Agnes Heginger“, auf der Pepls Spuren aus dem Heimstudio mit live eingespielten Instrumenten zusammenkommen.133 Seit 2018 spielen Clemens Salesny, Martin Bayer, Andi Schreiber und Valentin Duit mit Pepls Originalspuren auf der Bühne. „Jetzt wird es wieder live erlebbar. Ich denke, das ist in Europa einzigartig“, sagt Daniel Pepl.134 Das Album „Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band: Live“ erschien 2025 zum 80. Geburtstag und erreichte beim Österreichischen Jazzpreis 2025 (Auszeichnung für Jazz aus Österreich) in der Kategorie bestes Jazzalbum des Jahres den zweiten Platz (Projekte).135 Nach dem Konzert im Grazer Stockwerk im Dezember 2025 schrieb die Kronen Zeitung: „Aus Archivmaterial entstehen die Schemen eines Lebenden.“ Die Kleine Zeitung hörte „ein überraschend lebendiges, hochmusikalisches Ergebnis“.136 Ö1 (Kulturradio des ORF) widmete ihm zum 70. und zum 80. Geburtstag je eine Jazznacht.137 2019 und 2020 veröffentlichte Fullmax Recordings außerdem Aufnahmen aus dem Nachlass und Neuausgaben, darunter „Consequence“ und „N.Y.C. Impressure“.138 2024 schloss Stefan Heckel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien seine Dissertation „Instant Composing“ über Pepls Spätwerk ab.139

Farbfoto: vier Männer stehen in einem Dachboden mit alten Holzbalken und Ziegelwänden, dunkle Kleidung, ernste Haltung, Streiflicht von links. Von links: Andreas Schreiber (Violine), Martin Bayer (Gitarre), Clemens Salesny (Saxophon) und Valentin Duit (Schlagzeug).
Die Band im Dachboden, Gruppenbild, 2018Foto: Maria Frodl

Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band, Kurzdokumentation

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Von Clemens Salesny und Martin Bayer, mit Wolfgang Puschnig und Daniel Pepl, englische Untertitel. YouTube-Kanal Martin Bayer.

Ein großer Teil der Heimstudio-Aufnahmen ist noch nicht gesichtet. Wie der Nachlass erschlossen wird und wer Zugang bekommt, beschreibt die Seite Archiv; die einzelnen Stationen stehen in der Chronik. Die zitierten Zeitungsartikel, Nachrufe und Programmhefte sind im Pressearchiv verzeichnet.

Der Harry-Pepl-Preis

Zwischen 2006 und 2015 vergab der Grazer Veranstalter gamsbART den Harry-Pepl-Preis fünfmal im Rahmen des Austrian Soundcheck in Graz, anfangs als Stipendium der Stadt Graz für Musiker:innen unter 30.140 Mehrere Preisträger:innen blieben Pepls Musik verbunden: Schiftner und Salesny spielten schon 2004 beim Salzburger Jazzherbst live zu seinen Einspielungen, Salesny leitet heute die Live-Formation Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band, und Heckel schrieb 2024 seine Dissertation über Pepls Spätwerk.

Eine spätere Vergabe ist nicht belegt.146

Anmerkungen und Quellen (146)
  1. Harry Pepl im Gespräch mit Nikolaus Kohler, 2005, zitiert in Kohler 2006, S. 150; frühere Website harrypepl.com. ↩
  2. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55 (Wolfgang Kralicek, „Saitensprünge“); neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005 („Jazz-Gitarrist Harry Pepl gestorben“). Taufname Harald (Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18, Otmar Klammer, „Feldzug mit der Gitarre“; Heckel 2024, S. 10). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte im Nachruf vom 08.12.2005 abweichend 1944 als Geburtsjahr. ↩
  3. Daniel Pepl, Begleittext zur digitalen Veröffentlichung von „Consequence“, Mai 2020. ↩
  4. Concerto 2/1998 (Martin Schuster, Interview „Man könnte Klavierspielen müssen“); Musikergilde, 19.12.2005 (Peter Paul Skrepek, „Harry Pepl, ein Nachruf“); Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 22 und 24 f. ↩
  5. Österreichische Mediathek und Technisches Museum Wien, Online-Ausstellung über den Radiomoderator und Sammler Günther Schifter, „Nachkriegszeit 1945 bis 1955“. ↩
  6. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; frühere Website harrypepl.com; Kohler 2006, S. 22 f. ↩
  7. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 23. ↩
  8. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18. Kohler 2006 (S. 23) nennt 15 Jahre. ↩
  9. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Musikergilde, 19.12.2005; frühere Website harrypepl.com; Kohler 2006, S. 24 f.; Heckel 2024, S. 66 und 69. ↩
  10. Concerto 2/1998; Die Presse, Dezember 2005, S. 34 („Er musste spielen“). ↩
  11. Musikergilde, 19.12.2005; Die Presse, Dezember 2005, S. 34, und die Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18, nennen außerdem Konservatorium und Musikakademie in Wien, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39, die Musikakademie. Zur Aufnahmeprüfung Kohler 2006, S. 24. ↩
  12. Foto aus dem musikalischen Nachlass, um 1960/61; Namen nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  13. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Singles „Susi-Twist / Tabu“ (Rex Roval 35-6080, 1962, Discogs) und „Skinny Minny / Olymp“ (Rex Roval 35-6105, 1964); Kohler 2006, S. 26 f. ↩
  14. Mitgliedsausweis des Österreichischen Gewerkschaftsbunds, Gewerkschaft Kunst und freie Berufe, Sektion Musiker, beigetreten am 01.01.1967 (Nachlass); Peter Paul Skrepek nannte ihn auf Facebook „ein Zeitdokument“. ↩
  15. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Kohler 2006, S. 27. ↩
  16. Kurier, 03.11.1998, S. 10; Musikergilde, 19.12.2005 (Peter Paul Skrepek erlebte ihn 1974 als ersten Gitarristen der ORF Big Band); Kohler 2006, S. 28. ↩
  17. Angabe Daniel Pepl, 17.10.2026, nach einer Ausstrahlung auf ORF III (Pepl ab etwa Minute 4); Titel und Erstsendedatum der Sendung werden noch ermittelt. ↩
  18. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55. ↩
  19. Der Standard, 06.12.2005, S. 25 (Ljubiša Tošić, Nachruf), und Die Presse, Dezember 2005, S. 34 (Erich Kleinschuster); frühere Website harrypepl.com (Harald Neuwirth); Kohler 2006, S. 29 bis 35. ↩
  20. Kohler 2006, S. 30. Lee Konitz nennen auch die Nachrufe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Presse. ↩
  21. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005. ↩
  22. JazzEcho, 07.12.2005 („Ade Harry Pepl!“); Kohler 2006, S. 35 f. und 70 f. Den Beginn des Duos datieren die Quellen unterschiedlich: Kohler 1975/76, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das JazzEcho 1977. ↩
  23. Zitiert in Jazz thing, 08.12.2005 („Gestorben: Harry Pepl“). ↩
  24. Der Standard, 06.12.2005, S. 25. ↩
  25. Linernotes zur LP „Runo Ericksson's Omnibus“ (Four Leaf Records), zitiert bei Kohler 2006, S. 49. ↩
  26. Rückseite der LP „Gegenwind“ (Mood Records, Stuttgart, Bestell-Nr. 23999); Kohler 2006, S. 70 f. und 74. Als Erscheinungsjahr nennen die Quellen 1979 und 1980. ↩
  27. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Kohler 2006, S. 76 bis 78. Datum und Ort laut Datenbank des Montreux Jazz Festival. ↩
  28. Concerto 2/2009, S. 44 (Thomas Hein, „Jazzzwio, ein markanter Name, bis heute“); Kurier, 18.01.2009, S. 38; Kronen Zeitung, 20.03.2009, S. 36. ↩
  29. LP „Austria Drei“ (EGO Records, 1979); Kohler 2006, S. 41 bis 44. ↩
  30. JazzEcho, 07.12.2005 (Vienna Art Orchestra); Kohler 2006, S. 45 bis 50 und 63 bis 70. ↩
  31. Kohler 2006, S. 78 bis 82. ↩
  32. Jazzlive Nr. 1, Juli 1983, S. 7 („Erster Blick über die Mauer“), zitiert bei Kohler 2006, S. 82. ↩
  33. Kohler 2006, S. 79 (Vierteljahresliste). Von zwei Preisen der deutschen Schallplattenkritik sprechen das Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 06.05.1993 und der Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  34. New York Times, 18.05.1985 (nach Zlabinger 2013); LP „Naissus Jazz 85“ (Diskos, 1986); Kohler 2006, S. 85 bis 90; Heckel 2024, S. 84. ↩
  35. Jack DeJohnette, schriftliches Statement für Ö1 zum 75. Geburtstag von Harry Pepl, auf Anfrage von Daniel Pepl über sein Management, E-Mail vom 14.09.2020 (Archiv Daniel Pepl); Ö1, „Der unvergessene Jazzgitarrist Harry Pepl“, 25.09.2020. ↩
  36. Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; Concerto 2/1998; Kohler 2006, S. 50 bis 54; Angaben aus dem Nachlass. ↩
  37. Angaben aus dem Nachlass (René Kollo Show); Die Steirische, 08.09.1988, S. 12 (Heimo Steps, „Vitaler Klangmaler“); YouTube, „Benny Goodman At The Tivoli Gardens, Copenhagen Denmark 1981“ (Kanal 1964Mbrooks); Porgy & Bess, Programmtext zu „A Tribute to Harry Pepl“, 06.12.2006; Kohler 2006, S. 55 bis 60. Der Programmtext datiert das Kopenhagener Konzert auf 1980. ↩
  38. Kohler 2006, S. 61 bis 63. ↩
  39. Foto mit handschriftlicher Widmung im Nachlass; Kohler 2006, S. 62 f. ↩
  40. Kohler 2006, S. 90. ↩
  41. JazzEcho, 07.12.2005; Kohler 2006, S. 90 f. und 94. ↩
  42. Kohler 2006, S. 95; Heckel 2024, S. 219. ↩
  43. Jazzzeitung 2006, S. 6 (Rainer Rygalyk, „Ciao Habanero“). ↩
  44. Kohler 2006, S. 98 f. ↩
  45. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 2 f.; Kohler 2006, S. 103 bis 111. ↩
  46. Zitiert in der Kleinen Zeitung, 10.01.1988, S. 18, in Die Steirische, 08.09.1988, S. 12, in den Programmheften der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 27.02.1990 und 06.05.1993 und im Kurier, 03.11.1998, S. 10. Der Originalartikel befand sich im Archiv von gamsbART (Graz) unter der Ägide von Heimo Steps. ↩
  47. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Kohler 2006, S. 101 f. Als Erscheinungsjahr nennen Kohler 1988, Heckel 2024 (S. 191) 1987. ↩
  48. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 f.; Heckel 2024, S. 90 bis 92; Kohler 2006, S. 113. ↩
  49. Die Steirische, 08.09.1988, S. 12; Heckel 2024, S. 91; Kohler 2006, S. 113 f. ↩
  50. ECM Records, Presseinformation zu „Cracked Mirrors“ (1988), S. 1; Pressespiegel zu „Cracked Mirrors“ (1988), ebenso zitiert im Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 16.03.1989. ↩
  51. Robert Urman, „Glanzvolle Dreieinigkeit“, Tageszeitung (Titel nicht erhalten), 22.04.1988. ↩
  52. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 55; Stuttgarter Zeitung, 15.12.1988 („Jazz im Zauberspiegel“); Eßlinger Zeitung, 17.12.1988 (Christa Wörner, „Perkussives“); Heckel 2024, S. 95. ↩
  53. Wochenpresse Nr. 49, 09.12.1988, S. 54 (Untertitel). ↩
  54. Ralf Dombrowski, Nachruf „Verstummte Saiten“, Süddeutsche Zeitung, 07.12.2005, S. 17. ↩
  55. Daniel Pepl, mündlich, 15.10.2026. ↩
  56. Kohler 2006, S. 87 (Interview 1-38); Thomas Palme, Erinnerung auf Facebook zu Pepls 81. Geburtstag, 10.09.2026 („extra gekommen, um sich Harry Pepl anzuhören“). ↩
  57. Daniel Pepl, mündlich, 16.10.2026. ↩
  58. Thomas Palme (Wiener Jazz- und Bluesgitarrist), Erinnerung auf Facebook zu Pepls 81. Geburtstag, 10.09.2026; das Jahr (1980er oder frühe 1990er) ist nicht überliefert. ↩
  59. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18; Die Steirische, 08.09.1988, S. 12 (Scofield, zitiert von Heimo Steps); Porgy & Bess, Programmtext, 06.12.2006; Kohler 2006, S. 87, und Heckel 2024, S. 58 bis 60 (Metheny, Frisell). ↩
  60. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 27.02.1990; Heckel 2024, S. 61 bis 63. ↩
  61. Harry Pepl in: Bernhard Günther (Hg.), Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich, Wien: music information center austria 1997, S. 824 f.; mica, Harry Pepl; Kohler 2006, S. 135. ↩
  62. Programmhefte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 16.03.1989 und 27.02.1990; Heckel 2024, S. 215 f. ↩
  63. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 27.02.1990; Heckel 2024, S. 87. ↩
  64. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 3; Kohler 2006, S. 120. ↩
  65. Infoblatt „Infos Harry PEPL“ (um 1996), S. 3; Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Heckel 2024, S. 80, 87 f. und 228 f. Die frühere Website und Heimo Steps (GamsbART-Post 5/2006) nennen 1990. ↩
  66. Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22 (Bernd Schmidt, „Rastloser Grenzgänger“); Kohler 2006, S. 120; Heckel 2024, S. 137 bis 149. ↩
  67. Programmheft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 06.05.1993; Kurier, 09.05.1993, S. 22 (Werner Schuster); Zitat Pepl: Kohler 2006, S. 122. ↩
  68. Heckel 2024, S. 112 und 245 f. (Interview mit Richard Österreicher jun., 14.12.2020). ↩
  69. Tschin Bumm, Februar 1990, S. 52 („Harry Pepl im Studio: Das Bösendorfer-Projekt“); Heckel 2024, S. 103 bis 113 und 119; Kohler 2006, S. 115 bis 119. ↩
  70. Andreas Felber, „Harry Pepl. Die Überzeitlichkeit des Augenblicks“, Liner Notes zur CD-Ausgabe 2004, zitiert bei Heckel 2024, S. 119. ↩
  71. Brief der Knitting Factory (Michael Dorf) vom 02.04.1992; Jazzlive Nr. 99/1992, S. 8 (Hannes Schweiger, „Soundknitting“); Kohler 2006, S. 124 f. ↩
  72. Salzburger Nachrichten, Mai 1994 (Kurzkritik); Salzburger Nachrichten, 24.12.1994, S. 7 (Wolfgang Lamprecht); Der Standard, 27.05.1994 (Ljubiša Tošić, „Der Groove-Professor gibt sich recht unberechenbar“); Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22. ↩
  73. Kulturpreis des Landes Niederösterreich: 1991 Anerkennungspreis, 1998 Würdigungspreis für Musik (Preisträgerdatenbank des Landes); Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  74. Kurier, 03.11.1998, S. 10 („Auszeichnung für den musikalischen Jazz-Grenzgänger Harry Pepl“). ↩
  75. Bundeskanzleramt (Hg.), Kunstbericht 1996, III-130 der Beilagen XX. GP (im Nationalrat eingelangt am 22.04.1998), S. 140, Abteilung III/2 Musik und darstellende Kunst, „Andere Einzelförderungen“: „Pepl Harry, Kompositionsförderung 60.000“; Parlament, PDF. ↩
  76. Bundeskanzleramt, Kunstsektion (Hg.), Kunstberichte, Abschnitt „Abteilungen, Beiräte und Jurys“: Kunstbericht 1999, S. 106 („Jury Förderungspreis für Musik (Sparte Orchesterwerke)“, „Harry Pepl (ab Herbst 1999)“); Kunstbericht 2000, S. 100 („Jury Staatsstipendien für Komponistinnen und Komponisten“); Kunstbericht 2001, S. 95 („Jury Kompositionsförderungen (2. Jahreshälfte 2001)“). ↩
  77. Kohler 2006, S. 29; Heckel 2024, S. 69. ↩
  78. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39; JazzEcho, 07.12.2005; neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005 (ordentlicher Professor von 1984 bis 1995). ↩
  79. Sammlung Essl, Programm „Einkreisung“, Schömer-Haus Klosterneuburg, 01.04.2000, Kurzbiografie Harry Pepl; Free Jazz Saar, Festival 2021 (Andreas Willers). ↩
  80. Michael Kahr: „Jazz in Graz von 1965 bis heute. Geschichte und Identität einer Jazz(haupt)stadt“, S. 440 und 447. ↩
  81. Kleine Zeitung, 10.01.1988, S. 18 (Vorspann). ↩
  82. Kohler 2006, S. 139. ↩
  83. Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  84. Heckel 2024, S. 230 f. ↩
  85. Steirerkrone, 20.05.1982 (Ronnie Herbolzheimer, „Star mit Witz: Larry Coryell“). ↩
  86. Musikergilde, 19.12.2005; JazzEcho, 07.12.2005; Passauer Neue Presse, 27.10.2017, S. 21; Heckel 2024, S. 65, 80 und 244. ↩
  87. Wolfgang Muthspiel im Gespräch mit Klaus Taschwer, „Leiwand oder ned leiwand“, Falter, 24.07.2002, S. 55. ↩
  88. Martin Schaberl, „Wolfgang Muthspiel – einer der vielseitigsten Musiker Österreichs und Preisträger des European Jazz Prize 2003“, Magisterarbeit, Kunstuniversität Graz, 2004, S. 13 und 221 (E-Mail-Antwort von Jojo Mayer, Herbst 2003). ↩
  89. George Varga, Interview mit Wolfgang Muthspiel, The San Diego Union-Tribune, 28.01.2022. ↩
  90. Daniel Pepl, Facebook-Beitrag vom 11.09.2017 (erster Schüler, mit 14 Jahren) und mündlich, 15.10.2026; Andy Manndorff im Interview mit dem mica, zitiert im APA-Nachruf, Salzburger Nachrichten, 11.09.2017. ↩
  91. Wiener Meisterkurse (European Music Institute Vienna), Faculty since 1975; das Jahr seines Kurses ist nicht belegt. ↩
  92. JazzEcho, 07.12.2005. ↩
  93. neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005; Musikergilde, 19.12.2005. ↩
  94. GamsbART-Post 5/2006; Die Steirische, 08.09.1988, S. 12. ↩
  95. Interview am 2. September 2003 in Wien, in: Martin Schaberl, Magisterarbeit, Kunstuniversität Graz, 2004, S. 165. ↩
  96. Michael Kahr, „Jazz in Graz von 1965 bis heute“ (Gastlehrende Wayne Brasel, Guido Jeszenszky, Karl Ratzer und Christian Röver bis 2003, Professur 2004 an Jeszenszky); Ratzers Lehrzeit 1999 bis 2003 nach Wikipedia; Foto aus dem Nachlass mit Datumsaufdruck 2001, nach Angaben der Familie aus der Zeit, als Ratzer sich um die Professur bewarb. ↩
  97. Kurier, 03.11.1998, S. 10. ↩
  98. Concerto 2/2009, S. 44; Kohler 2006, S. 1 und 67; Heckel 2024, S. 154; „Ich geh jetzt ins Bergwerk“: Auskunft Daniel Pepl, 18.10.2026. ↩
  99. Neue Kronen-Zeitung, 28.07.1994, S. 22. ↩
  100. Gegenüber Bekannten sprach Pepl stets von einer Hirnblutung (Heckel 2024, S. 72), im Interview mit Concerto 1998 von der „zweiten Gehirnblutung“. Heckel 2024, S. 72 bis 76 (Abschnitt „Gesundheitliche Einschränkungen“, von der Familie autorisiert) und S. 151 f.; Kohler 2006, S. 128 f. und 147; Christian Rösner, „Echtzeitkompositionen“, Wiener Zeitung, 10.02.1998, S. 4; letztes Konzert: INNtöne, Schloss Zell an der Pram, 05. und 06.12.1997 (OÖ Nachrichten, 09.12.1997), Angabe Daniel Pepl, 15.10.2026; Rückzug ab 1994/95: Daniel Pepl in Concerto 2/2009, S. 44, und in Ö1, Spielräume Spezial, 25.09.2020; was er ihm bedeutete: nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  101. Peter Paul Skrepek, „Harry Pepl, ein Nachruf“, Musikergilde, 19.12.2005. ↩
  102. Martin Schuster, „Man könnte Klavierspielen müssen“, Concerto 2/1998, S. 44, zitiert bei Kohler 2006, S. 129; Heckel 2024, S. 151. ↩
  103. Christian Rösner, „Echtzeitkompositionen“, Wiener Zeitung, Dienstag, 10.02.1998, S. 4. ↩
  104. Kohler 2006, S. 128 bis 133; Heckel 2024, S. 152. ↩
  105. Concerto 2/1998. ↩
  106. Booklet „Consequence“ (1995), zitiert bei Kohler 2006, S. 129. ↩
  107. Martin Schuster, „Man könnte Klavierspielen müssen“, Interview, Concerto 2/1998 (Online-Fassung, Internet Archive); der Blutdruck-Satz auch zitiert bei Michael Tschida, Kleine Zeitung, 06.12.2005, S. 55, das Wecker-Zitat bei Kohler 2006, S. 129, und Heckel 2024, S. 151. ↩
  108. Nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  109. Einleitung von Martin Schuster, Concerto 2/1998 („spricht mit tiefer, sanfter Stimme … kichert über ein Bonmot, um im nächsten Moment wieder ernst zu werden“); „unter Strom und Hochspannung“, „sehr, sehr ernst“: nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  110. „Er musste spielen“, Nachruf, Die Presse, 07.12.2005, S. 34. ↩
  111. Heckel 2024, S. 75 (Erinnerung von Daniel Pepl). ↩
  112. Nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 16.10.2026). ↩
  113. Fotos aus dem Nachlass; Daniel Pepl auf Facebook, 23.08.2020 („Early 90ies“); Kohler 2006, S. 125 bis 127 (Proben mit Abstract Truth in Hernstein um Mai 1993). ↩
  114. Heckel 2024, S. 154 und 259 f.; Kohler 2006, S. 133. ↩
  115. Heckel 2024, S. 51 f. (nach Georg Pepl und Daniel Pepl); dass Pepl den Vergleich selbst zog: nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  116. Kohler 2006, S. 133. ↩
  117. Concerto 2/2009, S. 44; Heckel 2024, S. 154 und 158 f. ↩
  118. Heckel 2024, S. 121 bis 136 (Edition von „Über Kurz oder Lang“), S. 207 („Zeitraffer“ zur Gänze von Hand notiert) und S. 234 f. (Interview mit Georg Pepl, 25.08.2015: Herausgeber der Partitur, „Notator“ von „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ und „Zeitraffer“); Booklet „Flow“, PAO Records 1996 (Text von Georg Pepl); nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 16. und 17.10.2026). ↩
  119. Booklet „Flow“, PAO Records 1996 („Edited by Daniel Pepl, Stephen Ferguson“; „Inner Photos: Daniel Pepl“); Heckel 2024, S. 166 (Daniel Pepl erinnert sich an das Mastering seines Vaters 1999); Tontechnik: Daniel Pepl in Concerto 2/2009, S. 44; ab 1995/1996: nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  120. Nach Angaben der Familie (Daniel Pepl, 17.10.2026). ↩
  121. Jazzzeitung 2006, S. 6; Heckel 2024, S. 154 bis 156. ↩
  122. Musikergilde, 19.12.2005; Der Standard, 06.12.2005, S. 25; Die Presse, Dezember 2005, S. 34. ↩
  123. Der Standard, 06.12.2005, S. 25; JazzEcho, 07.12.2005; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2005, S. 39 („Schnelle Finger“); neue musikzeitung nach ORF, Dezember 2005; Die Presse, Dezember 2005, S. 34. ↩
  124. Bibl Rocks, YouTube, 17.09.2021, mit Kommentaren des Kanals; Beitrag der Band Great Rift auf Facebook; Daniel Pepl, mündlich, 16. und 17.10.2026 (Kauf vor dem Jazzzwio, Vermutung ORF Big Band). For Music und Dietmar Lausegger (1950 bis 2011, gestorben in der Nacht zum 10.02.2011): Andrea Maria Dusl, Nachruf, Falter 8/2011, 23.02.2011 (Lou Reed dort „ein Haberer“ des Hauses); ein Gründungsjahr ist nicht belegt. Ein Wiener Konzert Reeds aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre ist derzeit noch nicht belegt. Lou Reed in Wien: Festival „Star's 75“, Wiener Stadthalle, angekündigt für Freitag, 29.08.1975, abgesagt (Lou Reed Gigography 1975, The Velvet Forum); Wiener Konzerthaus, Mittwoch, 20.04.1977, laut Tourplan auch 21.04.1977 (Lou Reed Gigography 1977, The Velvet Forum; setlist.fm); Erinnerungen des Veranstalters Edek Bartz an die abgesagte Stadthallen-Show und das ausverkaufte Konzerthaus-Konzert: profil, 2013. Für 1972 bis 1974, 1976, 1978 und 1979 verzeichnet die Gigography keinen Auftritt in Österreich; The Velvet Underground traten in den 1960er Jahren nicht in Europa auf. ↩
  125. Anzeige der Firma Thomastik-Infeld, Wien, 1980er Jahre (Prospekt aus dem Nachlass); Daniel Pepl, Facebook, 15.01.2021. ↩
  126. Kohler 2006, Vorwort. ↩
  127. GamsbART-Post 5/2006 (Otmar Klammer, „Harry Pepl: Wege & Visionen“); Kleine Zeitung online, 17.11.2006 (Michael Tschida, „Harry Pepl: Œuvre eines Kreativen“); mica music austria. ↩
  128. Porgy & Bess, Programmtext zum 06.12.2006. ↩
  129. Deutschlandfunk, Nachtradio, „Milestones: Harry Pepl“, 13.03.2007. ↩
  130. Thomas Zlabinger, Free from Jazz, Dissertation CUNY 2013; frühere Website harrypepl.com. ↩
  131. GLM Fine Music, „Songs From The Treehouse“ (FM 434), 2025: Titel 7 „Air, Love & Vitamines“. ↩
  132. Kresten Osgood, „Live At H15 Studio“ (ILK, 2024), Bandcamp; JazzDanmark, Danish Music Awards Jazz 2024, Store VEGA, Kopenhagen, 10.12.2024. ↩
  133. Heckel 2024, S. 156 und 163 bis 170. ↩
  134. Pressetext Fullmax Recordings zum Album „Live“ (2025), S. 1; Heckel 2024, S. 168 bis 170. ↩
  135. ORF Kärnten, November 2025; Ö1, „On stage Spezial“, 26.11.2025; fullmax.at, 26.11.2025. ↩
  136. Kronen Zeitung, 18.12.2025, S. 42 (F. Jureček, „Die Schemen eines Lebenden“); Kleine Zeitung, 18.12.2025, S. 51 (Robert Tendl, „Im Spiel mit der Wiener Gitarristenlegende“). ↩
  137. Ö1, „Die Ö1 Jazznacht“, 19.09.2015 und 06.09.2025 (Christian Bakonyi). ↩
  138. Katalog Fullmax Recordings. ↩
  139. Heckel 2024, S. 1 und 203. ↩
  140. GamsbART-Post 5/2006; Kleine Zeitung online, 17.11.2006; Ö1, „Schon gehört?“, 21.11.2013 (Sendungsseite). ↩
  141. mica music austria, Musikdatenbank: Wolfgang Schiftner. ↩
  142. Kunstuniversität Graz, Mitteilungsblatt 5, 03.12.2008: verliehen am 17. November 2008, Stipendium über 4.000 Euro mit einer Auseinandersetzung mit Pepls Schaffen, deren Ergebnis 2009 präsentiert werden sollte; Website Daniel Riegler, Biografie; mica music austria, 17.09.2010; Kleine Zeitung, 16.11.2008, S. 109. ↩
  143. mica music austria, Musikdatenbank: Stefan Heckel. ↩
  144. Ö1, „Schon gehört?“, 21.11.2013; mica music austria, 25.11.2013. ↩
  145. Falter 47/2015, 18.11.2015; NÖN, 24.12.2015. Falbs Biografie, mica und Wikipedia nennen 2016. ↩
  146. Stefan Heckel datiert die Reihe in seiner Dissertation bis 2015 (Heckel 2024, S. 71). ↩

Stand: 19.10.2026 · Ergänzung oder Korrektur melden

Bilder aus dem Archiv

Etikett der 7-Zoll-Single von Rex Roval, Nummer 35-6105, BIEM 35-209: „Olymp (Pepl)“, Die Austrian Evergreens. Exemplar aus dem Nachlass; der Labelname lautet im Druck „Roval“, nicht „Royal“.
Etikett der Single „Olymp“, 1964Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Blau-weiße Hülle von Rex Roval 35-6105 mit der Aufschrift „Der neue Hit Olymp“ und „Die Austrian Evergreens“, Exemplar aus dem Nachlass.
Hülle der Single „Olymp“, 1964Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Mitgliedsausweis des Österreichischen Gewerkschaftsbunds, Gewerkschaft Kunst und freie Berufe, Sektion Musiker, für Harald Pepl, geboren am 10.9.1945 in Wien, Beruf Musiker, beigetreten am 1. Jänner 1967, mit 21 Jahren. Unterschrieben vom Vorsitzenden Grohmann und vom Zentralsekretär Schweinzer. Der Gitarrist Peter Paul Skrepek nannte den Ausweis auf Facebook „ein Zeitdokument“ und Grohmann den Gründer der OESTIG-LSG, der Verwertungsgesellschaft der ausübenden Musiker:innen.
Gewerkschaftsausweis, 1. Jänner 1967Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz
Standbild aus einer Fernsehaufnahme des ORF von 1974, gezeigt auf ORF III: Harry Pepl lachend mit der Gitarre beim Heurigen. Nach Angaben der Familie eine seltene Aufnahme mit dem Maler und Sänger Arik Brauer, Pepl ist ab etwa Minute 4 zu sehen; Titel und Erstsendedatum der Sendung werden noch ermittelt. Kleines Bildzitat als Hinweis auf die Sendung.
Harry Pepl als Heurigengitarrist, ORF 1974Screenshot: ORF III
Harry Pepl mit seiner Gibson Les Paul beim Konzert des Jazzzwio mit Werner Pirchner im Jazzforum Mödling (Niederösterreich) am 2. Februar 1979. Schwarzweißaufnahme.
Harry Pepl mit der Les Paul, Mödling 1979Foto: Erich Petzwinkler
Farbabzug im Passepartout aus Berlin, November 1980: die Band in der Kleidung der Probe am Flügel auf der Bühne der Philharmonie, von links Don Haas, Harry Pepl, Benny Goodman mit der Klarinette, Peter „Fifi“ Witte und Charly Antolini. Darunter hat Goodman das Foto für Pepl signiert: „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“.
Widmungsfoto von Benny Goodman: „To Harry, a great guitarist, my best, Benny“, 1980Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

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