Zum Inhalt
Harry Pepl * 1945  † 2005

Für Journalist:innen

Presse

Material für Ihre Berichterstattung über Harry Pepl: Kurzbiografien zum Übernehmen, belegte Eckdaten, Pressefotos mit Bildnachweis und der Kontakt zum Nachlass.

Kurzbiografien zum Übernehmen

Mittel 1.281 Zeichen

Harry Pepl (1945 bis 2005) war ein österreichischer Jazzgitarrist, Komponist und Professor an der Kunstuniversität Graz. Der gebürtige Wiener lernte Jazz als Autodidakt von Schallplatten und war in den 1970er Jahren Studiomusiker und Gitarrist der ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk). Mit dem Vibraphonisten Werner Pirchner bildete er das Jazzzwio, das 1981 beim Montreux Jazz Festival (renommiertes Jazzfestival in der Schweiz) spielte. Er war Gitarrist bei Benny Goodman, nahm für das renommierte europäische Jazzlabel ECM mit Jack DeJohnette sowie mit Herbert Joos und Jon Christensen auf („Cracked Mirrors“, 1988), spielte mit Wolfgang Puschnig in der Band Air Mail und in Frankreich mit Michel Portal. Mit MIDI-Gitarre und Computer entwickelte er das Real-time Composing, bei dem aus improvisierten Stimmen Partituren entstehen; so schrieb er für das international renommierte Kronos Quartet und das Artis-Quartett. Ab 1977 unterrichtete er an der Kunstuniversität Graz, ab 1984 als Professor. Nach zwei Hirnblutungen zog er sich Mitte der 1990er Jahre von der Bühne zurück und arbeitete fortan höchst produktiv im eigenen Studio in Hernstein, Niederösterreich. Sein Nachlass wird seit 2015 beim Wiener Label Fullmax Recordings veröffentlicht.

Ausführlich 3.106 Zeichen

Harry Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren und starb am 5. Dezember 2005 in Wiener Neustadt. Er begann mit dem Akkordeon, kam mit 15 Jahren zur Gitarre und lernte Jazz als Autodidakt, indem er Aufnahmen von Wes Montgomery, Jim Hall und anderen Note für Note nachspielte. Nach Jahren in der Tanzband Austrian Evergreens wurde er in den 1970er Jahren Studiomusiker und Gitarrist der ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk).

Ab Mitte der 1970er Jahre bildete er mit dem Tiroler Vibraphonisten Werner Pirchner das Duo Jazzzwio. Es nahm 1979 „Gegenwind“ auf, spielte 1981 beim Montreux Jazz Festival (renommiertes Jazzfestival in der Schweiz) und erweiterte sich 1982 für ein ECM-Album (ECM: renommiertes europäisches Jazzlabel) mit Jack DeJohnette zum Trio; darauf erschien Pepls Komposition „Air, Love & Vitamins“, die bis heute von vielen Musiker:innen gespielt wird. 1980 und 1981 war Pepl Gitarrist im Quartett von Benny Goodman. Mit Wolfgang Puschnig, Mike Richmond und Wolfgang Reisinger spielte er in der Band Air Mail, in Frankreich mit Michel Portal, Dave Liebman und Jack DeJohnette, mit Enrico Rava und Dino Saluzzi nahm er „Volver“ auf. Sein ECM-Album „Cracked Mirrors“ mit Herbert Joos und Jon Christensen erhielt 1988 den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Als einer der ersten Jazzmusiker weltweit arbeitete Pepl mit MIDI-Gitarre und Computer. Daraus entwickelte er das Real-time Composing oder Instant Composing: Er improvisierte Stimme für Stimme, ließ das Ergebnis als Partitur ausdrucken und korrigierte nichts nach. So entstanden Auftragswerke für das Ensemble Wien, das Ensemble Kontrapunkte, das international renommierte Kronos Quartet, STUDIO PERCUSSION graz und das Artis-Quartett sowie das Album „Schönberg Improvations“ (1990) mit einem Bösendorfer (Wiener Klavierbauer)-Computerflügel.

Ab 1977 unterrichtete er Jazzgitarre an der Kunstuniversität Graz, ab 1984 als ordentlicher Professor; zu seinen Studierenden gehörte Wolfgang Muthspiel. Das Land Niederösterreich zeichnete ihn 1991 und 1998 mit seinen jährlich vergebenen Kulturpreisen für Musik aus.

Nach zwei Hirnblutungen, 1989 und 1994, zog sich Pepl ab 1994/95 ganz vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurück, ein schwerer Einschnitt für ihn. Doch er machte das Beste daraus und arbeitete bis zuletzt höchst produktiv in seinem Studio in Hernstein, Niederösterreich: zuerst am Klavier, mit den Alben „Consequence“ und „Flow“, dann mit der Lonely Single Swinger Band, einer Ein-Mann-Band, in der er alle Instrumente selbst spielte. Seine Söhne halfen ihm dabei, Georg Pepl als Editor der Partituren, Daniel Pepl als Tontechniker. Den Nachlass verwaltet sein Sohn Daniel Pepl; beim Wiener Label Fullmax Recordings erscheinen seit 2015 Editionen daraus. Seit 2018 spielen Clemens Salesny, Martin Bayer, Andi Schreiber und Valentin Duit live mit Pepls Originalspuren; ihr Album „Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band: Live“ (2025) kam beim Österreichischen Jazzpreis 2025 (Auszeichnung für Jazz aus Österreich) in der Kategorie Best Album auf den zweiten Platz.

Auf einen Blick

Alle Angaben sind in der Chronik und in der Biografie mit Quellen belegt.

Stimmen und Zitate

Zum Übernehmen, bitte mit der angegebenen Quelle. Weitere Pressestimmen mit Beleg stehen im Pressearchiv.

He was an amazing guitarist, pianist and composer. His harmonic, rhythmic and sound concepts were very unique!

Jack DeJohnette, schriftliches Statement für Ö1 (Kulturradio des ORF) zum 75. Geburtstag von Harry Pepl, über sein Management, E-Mail vom 14.09.2020

Gigant der Improvisation

Le Monde, zitiert in der Kleinen Zeitung, 10.01.1988

gehörte in seiner aktiven Phase zu den bedeutendsten Gitarristen weltweit

Der Standard, Nachruf, 06.12.2005

Das erste, was mir einfällt, [ist] die Autorität mit der Time […]. Und auf der Gitarre vielleicht überhaupt der, was das betrifft, der am weitesten ist von allen Musikern. Ich liebe es, wie Pat Metheny mit der Time umgeht. Ich finde, es swingt total. […] Aber was Harry Pepl ‚aufführt‘, ist ein anderer Planet. Und wie flexibel seine Time ist, dass das alles nicht nur in einem bestimmten rhythmischen Raster abläuft.

Wolfgang Muthspiel, österreichischer Jazzgitarrist und Schüler Pepls, im Interview mit Martin Schaberl, Wien, 02.09.2003 (Martin Schaberl, Magisterarbeit, Kunstuniversität Graz, 2004, S. 165)

Wolfgang ist Europäer, denkt und spielt auch so. Das liegt an seinem kulturellen Erbe, den Einflüssen des klassischen Musik Studiums und wahrscheinlich der Nähe zu dem großartigen Vorbild seines frühen Lehrers und Mentor Harry Pepl (mit Django Reinhardt zusammen der wohl beste Jazz Gitarrist den Europa hervorgebracht hat).

Jojo Mayer, Schweizer Schlagzeuger, über Wolfgang Muthspiel, E-Mail an Martin Schaberl, Herbst 2003 (Martin Schaberl, Magisterarbeit, Kunstuniversität Graz, 2004, S. 221)

In dem Augenblick, in dem ich inspiriert musiziere oder komponiere - was für mich dasselbe ist -, glaube ich an das Absolute: an die Wahrheit, in der alle Gegensätze zusammenfallen.

Harry Pepl, 1996, in: Bernhard Günther (Hg.), Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich, 1997, S. 824 f.

Das ist so viel, wenn ich anfange zu erzählen, fällt mir alles auf den Kopf, alle Töne, alle Noten, die Musik und die Erlebnisse - eigentlich die ganze Welt!

Harry Pepl im Gespräch mit Nikolaus Kohler, 2005 (Kohler 2006, S. 150)

Die New Yorker sind jedesmal ganz baff, wenn sie hören, daß ich von den österreichischen Bergen komme.

Harry Pepl im Kurier, 03.11.1998, S. 10

Ich wollte, daß man auf der CD auch den Raum hört.

Harry Pepl über „Flow“, Concerto 2/1998

Namen und Schreibweisen

  • Harry Pepl, nicht Peppl oder Pepi. In Werkdaten steht er als „Pepl, Harald“.
  • Jazzzwio mit drei z, so auf den Platten; auch „Pirchner-Pepl Jazzzwio“. Andere Schreibungen wie „JazzZwio“ oder „Jazz-Zwio“ kommen in der Presse vor.
  • Air Mail in zwei Wörtern, so auf den Covern und bei Wolfgang Puschnig; in der Literatur steht oft „Airmail“.
  • Austria Drei, auf manchen Belegen „Austria 3“.
  • Real-time Composing oder Instant Composing: Pepls eigene Begriffe für seine Methode.
  • Harry Pepl's Lonely Single Swinger Band: Pepls Name für seine Ein-Mann-Band im Heimstudio. Das Live-Projekt seit 2018 heißt Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band.
  • „Schönberg Improvations“ ist der Originaltitel des Albums von 1990; die Neuausgabe von 2004 erschien versehentlich als „Schoenberg Improvisations“.
  • „Air, Love & Vitamins“, auf manchen Ausgaben „Air, Love and Vitamines“.

Jubiläen

Ansprechpartner

Für Interviews, Rezensionsexemplare, Fotos in Druckqualität und Archivmaterial ist Daniel Pepl Ansprechpartner, Sohn von Harry Pepl, Verwalter des musikalischen Nachlasses und Produzent der Editionen. Anfragen bitte über das Formular für Presseanfragen.

Pressefotos

Die Fotos dürfen im Zusammenhang mit Berichterstattung über Harry Pepl und seine Musik mit Bildnachweis verwendet werden. Andere Verwendungen bitte anfragen.

Harry Pepl

Schwarzweißfoto aus dem Familienarchiv, September 1979: Harry Pepl mit lockigem Haar und Vollbart, in Jeansjacke, spielt eine Akustikgitarre und blickt lächelnd zur Seite, rechts ein Gerät mit Metallstäben.
Harry Pepl mit Akustikgitarre, September 1979Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 1512 px

Schwarzweißfoto: Harry Pepl sitzt in seinem Heimstudio mit einer Halbresonanz-E-Gitarre der Marke Ibanez und blickt lächelnd auf das Griffbrett; hinter ihm Regale mit Archivkästen, ein Kopfhörer am Haken, links ein Tonbandgerät.
Harry Pepl im Heimstudio mit Ibanez-GitarreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 1753 px

Schwarzweißes Studioporträt vor weißem Grund: Harry Pepl sitzt in schwarzer Lederjacke auf einem Bugholzstuhl, die Arme auf eine Westerngitarre gelegt, und blickt mit leichtem Lächeln in die Kamera.
Harry Pepl mit Westerngitarre, StudioporträtFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 1772 px

Schwarzweißes Ganzkörperporträt vor weißem Grund: Harry Pepl in schwarzer Lederjacke und dunkler Hose lehnt mit verschränkten Armen auf einem Gitarrenkoffer und blickt ernst in die Kamera.
Harry Pepl mit Gitarrenkoffer, StudioporträtFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 666 px

Bands und Projekte

Das Jazzzwio von oben fotografiert: Werner Pirchner am Vibraphon, vorn Harry Pepl an seiner Gibson Les Paul, beide ins Spiel vertieft; Ort und Jahr sind nicht überliefert, vermutlich 1980er Jahre. Vorn links Harry Pepl, dahinter Werner Pirchner; wer ganz hinten sitzt, ist unbekannt.
Jazzzwio live, 1980er JahreFoto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 642 px

Harry Pepl an der Gitarre bei einem Konzert mit Air Mail in Linz im Februar 1985.
Harry Pepl mit Air Mail, Linz 1985Foto: Felix Nöbauer

Herunterladen 2048 px

Abdruck mit Nennung „Foto: Felix Nöbauer“; kommerzielle Nutzung nach Rücksprache mit dem Fotografen.

Konzert beim steirischen herbst in New York am 15. Mai 1985: links Harry Pepl an der Gitarre, in der Mitte am Schlagzeug, laut Programm des steirischen herbst, Don Moye, rechts Werner Pirchner am Vibrafon.
Jazzzwio im Ohio Theatre, New York, USA, Mai 1985Foto: musikalischer Nachlass, Privatbesitz

Herunterladen 1240 px

Farbfoto: vier Männer in dunkler Kleidung stehen zwischen den Balken eines Dachbodens vor einer Ziegelwand, der linke im Profil, die anderen blicken in die Kamera. Von links: Andreas Schreiber (Violine), Martin Bayer (Gitarre), Clemens Salesny (Saxophon) und Valentin Duit (Schlagzeug).
Die Band zwischen den Holzbalken eines Dachbodens, 2018Foto: Maria Frodl

Herunterladen 2400 px

Farbfoto: vier Männer stehen in einem Dachboden mit alten Holzbalken und Ziegelwänden, dunkle Kleidung, ernste Haltung, Streiflicht von links. Von links: Andreas Schreiber (Violine), Martin Bayer (Gitarre), Clemens Salesny (Saxophon) und Valentin Duit (Schlagzeug).
Die Band im Dachboden, Gruppenbild, 2018Foto: Maria Frodl

Herunterladen 1600 px

Farbfoto im Hochformat: vier Männer stehen in einem Dachboden unter Holzbalken, im Hintergrund eine Ziegelwand und eine Lampe. Von links: Andreas Schreiber (Violine), Martin Bayer (Gitarre), Clemens Salesny (Saxophon) und Valentin Duit (Schlagzeug).
Die Band im Dachboden, Hochformat, 2018Foto: Maria Frodl

Herunterladen 960 px

Farbfoto: vier Männer stehen nebeneinander zwischen den Balken eines Dachbodens vor einer Ziegelwand, der linke mit Kappe im Profil, die anderen blicken in die Kamera. Von links: Andreas Schreiber (Violine), Martin Bayer (Gitarre), Clemens Salesny (Saxophon) und Valentin Duit (Schlagzeug).
Die Band zwischen den Holzbalken, zweite Aufnahme, 2018Foto: Maria Frodl

Herunterladen 2400 px

Abstraktes Gemälde in Türkis, Rot, Blau, Rosa und Gold auf cremefarbenem Grund, links der Titel und die Namen der Beteiligten.
Cover: Harry Pepl (tape) & The (Lonely) Single Swinger Band, Live, 2025Cover: Gemälde von Harry Pepl, Gestaltung Manulli

Herunterladen 1600 px

Aktuelle Veröffentlichungen

Pressestimmen

In den siebziger Jahren gab es fast keinen schnelleren Jazzgitarristen in Europa als den Österreicher Harry Pepl.

Nachruf „Schnelle Finger“ (Kürzel wws.), FAZ Nr. 286, 08.12.2005, S. 39

Einer der führenden Jazz-Gitarristen Europas

Nachricht „Jazz-Gitarrist Harry Pepl gestorben“, Kulturinformationszentrum des Deutschen Kulturrates / neue musikzeitung (nmz-red/leipzig, Quelle: orf.at), Dezember 2005

He was an amazing guitarist, pianist and composer. His harmonic, rhythmic and sound concepts were very unique!

Schriftliches Statement für Ö1 zum 75. Geburtstag von Harry Pepl, auf Anfrage von Daniel Pepl über sein Management, E-Mail vom 14.09.2020 (Archiv Daniel Pepl)

Gigant der Improvisation

Le Monde (Originalartikel im Archiv von gamsbART, Heimo Steps); zitiert in der Kleinen Zeitung, 10.01.1988, S. 18

gehörte in seiner aktiven Phase zu den bedeutendsten Gitarristen weltweit

Nachruf „Harry Pepl 1945 - 2005“, Der Standard, 06.12.2005, S. 25 (Datum und Seite laut Heckel 2024, Fn. 26)

Austrian guitarist Harry Pepl has gone a long and imperturbable way.

Harry Lachner Liner Notes zu Schönberg Improvations, Amadeo, 1990

his very own instrument–the guitar–where he is one of Europe’s undisputed jazz masters

Stephen Ferguson Liner Notes zu Flow, PAO Records, 1996

the most spectacular record of one of the most original guitar players of European Jazz in those years

Andreas Felber Liner Notes zu Schoenberg Improvisations, EmArcy, 2004; zitiert bei Wulf Müller (Blog, 05.02.2024) und Kohler 2006, S. 117

Zum Pressearchiv