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Harry Pepl * 1945  † 2005

Chronik

Leben und Werk Jahr für Jahr. Jeder Eintrag ist belegt; Ergänzungen und Korrekturen nehmen wir gerne entgegen.

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1990er Jahre

  1. 7. Februar 1990

    Präsentationskonzert zu „Schönberg Improvations“

    Wien

    Im Wiener Konzerthaus spielen Wolfgang Puschnig und Wolfgang Reisinger live zum selbstspielenden Flügel; Pepl bedient nur das Haltepedal.

    Konzerte

  2. 27. Februar 1990

    Komponistenporträt im Wiener Musikverein

    Wien

    Das Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig widmet Pepl am Dienstag, 27. Februar 1990, im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins ein Komponistenporträt im Rahmen eines Außerordentlichen Gesellschaftskonzerts. Pepl spielt Gitarre und Guitar-to-MIDI-System, den Klavierklang liefert der Bösendorfer-Computerflügel 290 SE. Solist:innen sind Christine Whittlesey (Sopran), Josef Pitzek (Kontrabass) und Rainer Keuschnig (Klavier), Wolf Peschl moderiert. Auf dem Programm stehen 15 Stücke von Pepl: „Avo“, „Winds“, „The Last Bars of Mankind“, „Trio“, „String Nr. 1“, „Schikaneder Delight“, „Die letzte Bastion“, „Vibes Nr. 1“ und „Vibes Nr. 2“, nach der Pause „Einsicht ins mich“, „Brown Butterflies“, „Snow“, „Herbstzeitlose Arbeitslose“, „Grogos“ und „Tintenfischinki“. Laut Programmheft sind die meisten Werke „innerhalb der letzten Wochen entstanden“; „Schikaneder Delight“ stammt von 1988, „Grogos“ hatte das Ensemble Wien schon im Dezember 1989 uraufgeführt. Im Ensemble spielen laut Programmheft unter anderem Wolfgang Schulz (Flöte), Peter Schreiber (Oboe), Siegfried Schenner (Klarinette), Werner Krenn (Fagott), Erwin Sükar (Horn), Rainer Küblböck (Trompete), Georg Sumpik (Violine), Peter Pecha (Viola) und Leonhard Wallisch (Violoncello). Ein Kassettenmitschnitt aus dem Nachlass mit fünf Stücken, darunter „Trio“, beide Fassungen von „Tintenfisch Inki“ und „Zwei Klarinetten“, liegt im Tonarchiv für angemeldete Zugänge.

    Werke

  3. 19. März 1990

    „Pizzicat“ im Musikverein

    Wien

    Im zweiten Kontrapunkte-Konzert des Jahres im Brahmssaal erklingt am Montag, 19. März 1990, Pepls „Pizzicat“ zwischen Werken von Blacher, Berio und Frank Martin; es spielen das Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig mit Christine Whittlesey (Sopran) und Josef Pitzek (Kontrabass).

    Werke

  4. 14. Juli 1990

    „What It Is“ mit Thomas Pernes beim Jazzfestival Wiesen

    Wiesen

    Beim Jazzfestival Wiesen spielt Pepl am Samstag, 14. Juli 1990, im „Special Project“ des Komponisten Thomas Pernes mit Wolfgang Puschnig und Wolfgang Reisinger. Am selben Tag stehen das Art Ensemble of Chicago, die Bill Frisell Group und die Michael Brecker Band auf dem Programm. Pernes wollte mit „What It Is“ die Enge von Stilen und Grenzen überwinden.

    Konzerte

  5. 1991

    Niederösterreichischer Kulturpreis für Musik

    Niederösterreich

    Pepl erhält 1991 den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Musik (Kulturpreis des Landes). Der Würdigungstext der Kulturpreis-Broschüre steht heute in der Preisträgerdatenbank des Landes. Die Aussendung des Landes vom Mittwoch, 25. September 1991, führt den mit 25.000 Schilling dotierten Preis als Förderungspreis; die Landesregierung hatte ihn am Vortag beschlossen, die Überreichung war im Stadtsaal Zwettl angesetzt.

    Ehrungen

  6. 1991

    Tonträgerförderung der austro mechana für das Harry Pepl Quartet

    Wien

    Die austro mechana, die österreichische Verwertungsgesellschaft für mechanische Vervielfältigungsrechte, sagt dem Harry Pepl Quartet 1991 aus ihren sozialen und kulturellen Einrichtungen eine Tonträgerförderung von 50.000 Schilling zu. Der Bericht an den Nationalrat über die Leerkassettenvergütung führt sie Ende 1991 noch unter den offenen Zusagen. Im Juni 1992 nimmt das Quartett in New York das Album „N.Y.C. Impressure“ auf.

    Aufnahmen

  7. 17. Februar 1991

    Sieben Werke im ORF Studio Tirol

    Innsbruck

    Im ORF Studio Tirol (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) werden sieben Werke Pepls uraufgeführt, gespielt vom Pianisten Thomas Larcher.

    Werke

  8. 4. August 1991

    Eröffnungskonzert der NÖ Jazzakademie mit Jamaaladeen Tacuma

    Zeillern

    Am Sonntag, 4. August 1991, eröffnet Pepl im Schlosshof von Zeillern die NÖ Jazzakademie im Quartett mit Jamaaladeen Tacuma, Alex Deutsch und Johannes Enders. Dem Standard sagte er vorab, vielleicht werde es „eine ganz freie Angelegenheit“.

    Konzerte

  9. November 1991

    Abschlusskonzert des ZeitgeNÖssischen Herbstes

    Niederösterreich

    Mit einem „überaus erfolgreichen Konzert“ Pepls endet die dritte Konzertreihe „ZeitgeNÖssischer Herbst“ des Landes Niederösterreich (20. September bis 28. November 1991, rund 11.000 Besucher). Der Standard zählt das Abschlusskonzert zu den Höhepunkten.

    Konzerte

  10. 3. Dezember 1991

    Kronos Quartet im Grazer Orpheum

    Graz

    Das Kronos Quartet führt am Dienstag, 3. Dezember 1991, im Rahmen des Steirischen Herbstes „Moving Navel“, „String Quartet No. 8“ und „Obsession“ auf. Das Konzert vermittelte Heimo Steps von gamsbART (Grazer Konzertveranstalter); die Stücke wurden nach Pepls Aufnahmen notiert. Die frühere Website nennt für „Moving Navel“ das Jahr 1990.

    Werke

  11. 11. März 1992

    Uraufführung „Anspannen, Überspannen, Abspannen“

    Graz

    STUDIO PERCUSSION graz führt im Orpheum Graz das Auftragswerk für fünf Schlagzeuger mit Zuspielband auf, neben Werken von Armin Pokorn und Wolfgang Muthspiel. Die CD erscheint 1995.

    Werke

  12. Juni 1992

    Harry Pepl Quartet in der Knitting Factory

    New York

    Anfang Juni 1992, kurz vor der Aufnahme von „N.Y.C. Impressure“, spielt das Quartett in der Knitting Factory (New Yorker Musikclub für Jazz und Avantgarde) in New York. Die Einladung des Clubs nennt den 2. Juni, Nikolaus Kohler den Tag vor der Aufnahme.

    Konzerte

  13. 4. Juni 1992 bis 5. Juni 1992

    Aufnahme „N.Y.C. IMPRESSURE“

    New York

    Wenige Tage nach einem Konzert in der Knitting Factory (New Yorker Musikclub für Jazz und Avantgarde) entsteht in New York das Album mit Claus Stötter, Paul Nowinski und Jojo Mayer. In den Linernotes nennt Pepl sein „Realtime-Composing“. Das Album erscheint 1994 bei Extraplatte (Wiener Independent-Label), die Datierungen schwanken zwischen 1992 und 1994.

    Aufnahmen

  14. 7. Juni 1992

    Harry Pepl Group beim Jazzfestival Raab

    Raab, Oberösterreich

    Am Pfingstsonntag, 7. Juni 1992, spielt die Harry Pepl Group beim Jazzfestival im Innviertler Raab ihr neues Programm, am selben Abend wie Wolfgang Puschnigs „Alpine Aspects“ und die Band von Ronnie Burrage.

    Konzerte

  15. 17. Juli 1992 bis 18. Juli 1992

    Pori Jazz Festival mit John Purcell’s Blue Brass Connection

    Pori, Finnland

    Beim 27. Pori Jazz Festival in Finnland, einem der ältesten Jazzfestivals Europas, spielt Pepl in der Band, die das Festivalarchiv als „John Purcell´s Blue Brass Connection“ führt: mit dem oberösterreichischen Posaunisten Paul Zauner, dessen Blue Brass Connection seit 1985 mit US-Jazzmusikern tourte, sowie mit John Purcell, Graham Haynes, Ron Burton, Kenny Davis und Ronnie Burrage. Das Archiv verzeichnet drei Auftritte: am Freitag, 17. Juli 1992, auf der Hauptbühne Kirjurinluoto im Programm ab 17 Uhr, für das es auch Ringo Starr and His All Starr Band nennt, am Abend im Village Gate und am Samstag, 18. Juli 1992, im Nuorisokeskus, dem Jugendzentrum. Wenige Monate später bildeten Purcell, Davis, Burrage, Zauner und Pepl den Kern von Abstract Truth.

    Konzerte

  16. 26. Juli 1992 bis 31. Juli 1992

    Dozent der Internationalen Jazzakademie St. Pölten

    St. Pölten

    Von 26. bis 31. Juli 1992 unterrichtet Pepl bei der Internationalen Jazzakademie in St. Pölten, neben Butch Morris, John Purcell, George Lewis und Toshiko Akiyoshi, die das Abschlusskonzert in den Stadtsälen leitet.

    Lehre

  17. 12. August 1992

    Referentenkonzert der NÖ Jazzakademie

    Zeillern

    Bei der NÖ Jazzakademie auf Schloss Zeillern (9. bis 15. August 1992) spielt Pepl am Mittwoch, 12. August, im Konzert der Referenten („Jazzakademie All Stars“) mit Claus Stötter, Bobby Dodge, Martin Fuss, Joris Dudli und Ines Reiger. Der Kurier nennt ihn den „Gitarrenguru der österreichischen Jazzszene“.

    Konzerte

  18. 31. Oktober 1992

    Frankfurt-Wien-Connection beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt

    Frankfurt am Main

    Beim 24. Deutschen Jazzfestival Frankfurt (ältestes Jazzfestival Deutschlands, veranstaltet vom Hessischen Rundfunk) spielt die Frankfurt-Wien-Connection am Samstag, 31. Oktober 1992, das zweite Konzert im Bockenheimer Depot: Harry Pepl (Gitarre), Stefan Lottermann (Posaune), Michael Riessler (Bassklarinette), Claus Stötter (Trompete), Bob Harrison (Bass) und François Laizeau (Schlagzeug), mit Kompositionen von Pepl. Der hr produziert den Mitschnitt selbst und sendet ihn laut seinem Archiv am selben Tag auf hr2. Angaben laut Datenbankauszug des hr-Medienarchivs (Vorgang AS_2026_0421, Dienstag, 20.10.2026); die Kopie der Aufnahme bleibt im Familienarchiv.

    Konzerte

  19. Dezember 1992

    Titelbild der Jazzlive

    Wien

    Die Wiener Jazzzeitschrift Jazzlive zeigt Harry Pepl auf dem Titelbild ihrer Nummer 99, fotografiert von Herausgeber Rainer Rygalyk; im Heft berichtet Hannes Schweiger über die New Yorker Knitting Factory (New Yorker Musikclub für Jazz und Avantgarde) und Pepls Auftritt dort.

    Medien

  20. Mai 1993

    Air Mail formiert sich neu

    Wien

    Im Mai 1993 tritt Air Mail nach längerer Pause wieder auf, im Wiener Jazzlokal Reigen mit Wolfgang Puschnig, Harry Pepl, Wolfgang Reisinger und Palle Danielsson. Der Standard schreibt, da sei fast alles versammelt, was es hierzulande an internationaler Jazzqualität gebe. Ende Mai folgt das Konzert beim Jazzfestival in Raab.

    Konzerte

  21. 5. Mai 1993

    Konzert in der ehemaligen Synagoge St. Pölten

    St. Pölten

    Am Mittwoch, 5. Mai 1993, spielt Pepl in der ehemaligen Synagoge St. Pölten mit John Purcell, Paul Zauner, Jeff Andrews und Ronnie Burrage, einer Besetzung aus dem Umfeld von Abstract Truth.

    Konzerte

  22. 6. Mai 1993

    Uraufführung „Über Kurz oder Lang“ durch das Artis-Quartett

    Wien

    Das Streichquartett in drei Sätzen entsteht im Februar 1993 und wird am Donnerstag, 6. Mai 1993, im Brahmssaal des Musikvereins uraufgeführt. Der ORF (österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) schneidet das Konzert mit; eine leise Stelle wird von einem Gewitter begleitet.

    Werke

  23. 28. Mai 1993 bis 30. Mai 1993

    Letztes Air-Mail-Konzert in Raab

    Raab, Oberösterreich

    Beim Pfingst-Jazzfestival in Raab (Freitag, 28., bis Pfingstsonntag, 30. Mai 1993), dem späteren INNtöne (Jazzfestival in Diersbach, Oberösterreich), spielt Air Mail zum letzten Mal, mit Jean-Paul Celea am Bass (angekündigt war Palle Danielsson) und dem Stück „Dinozzo“. Kurz zuvor hatte sich die Band nach längerer Pause im Wiener Reigen neu formiert. Eine professionelle Aufnahme existiert.

    Konzerte

  24. 23. September 1993 bis 25. September 1993

    „Die Innviertler Seele“ beim Festival der Regionen

    Aspach, Obernberg, Zell an der Pram

    Für Paul Zauners Projekt „Die Innviertler Seele“ beim Festival der Regionen (oberösterreichisches Kulturfestival) treffen George Lewis, Gene Jackson, Harry Pepl und Christian Radovan auf Innviertler Zithermusik und eine Trachtenmusikkapelle: am Donnerstag, 23. September 1993, im Gasthof Zwink in Aspach, am 24. in der Mehrzweckhalle Obernberg und am 25. im Schloss Zell an der Pram.

    Konzerte

  25. 1994

    „Beginnings“ mit Abstract Truth und Personale im Porgy & Bess

    Wien, New York

    Pepl nimmt mit Paul Zauner, John Purcell, Kenny Davis und Ronnie Burrage das Album „Beginnings“ auf (Amadeo, ehemaliges Wiener Label für Jazz und Klassik, PAO Records (Label des Posaunisten und Initiators des INNtöne-Festivals Paul Zauner)). Im selben Jahr hat er eine dreitägige Personale im Wiener Porgy & Bess (Wiener Jazzclub); an einem der Abende spielt er mit Wolfgang Mitterer, laut Mitterers Chronik auch mit Gene Jackson.

    Aufnahmen

  26. 1994

    Konzerte mit Labarrière, Jackson und Mitterer

    Kiew, Graz, Wien

    Harry Pepl spielt eine seiner letzten Konzertreihen mit Hélène Labarrière (Kontrabass), Gene Jackson (Schlagzeug) und Wolfgang Mitterer (Synthesizer), unter anderem in Kiew (Ukraine), dort laut Mitterer auch mit Paul Zauner, vermutlich in der Slowakei, in Graz mit Wolfgang Puschnig und im Porgy & Bess (Wiener Jazzclub) in Wien. Im Familienarchiv ist kein Mitschnitt erhalten; vom Grazer Konzert beim Graz Meeting verwahrt die Österreichische Mediathek einen Mitschnitt, nur vor Ort hörbar.

    Konzerte

  27. 18. April 1994

    „Porträt Harry Pepl“ im Porgy & Bess

    Wien

    In der Porträt-Reihe des Wiener Jazzclubs Porgy & Bess wird Pepl Mitte April 1994 an mehreren Abenden vorgestellt. Am Montag, 18. April, spielt er im ersten Teil solo, danach mit Gene Jackson (Schlagzeug) und Wolfgang Mitterer (Keyboards).

    Konzerte

  28. 20. April 1994

    Harry Pepl Quartett beim Graz Meeting „Strings“

    Graz

    Beim dritten Graz Meeting (Jazzfestival der Grazer Musikhochschule und von gamsbART, 1994 den Saiteninstrumenten gewidmet) spielt das Harry Pepl Quartett mit Wolfgang Puschnig am Mittwoch, 20. April 1994, im Orpheum, am selben Abend wie Derek Bailey, Dieter Glawischnigs Cercle und das Kontrabass-Duo Ewald Oberleitner und Wayne Darling. Die Österreichische Mediathek, das österreichische Archiv für Ton- und Videoaufnahmen beim Technischen Museum Wien, verwahrt einen unveröffentlichten Mitschnitt des Konzerts und die Ö1-Sendung „Aus dem Konzertsaal: Graz Meeting 1994“ mit dem Quartett, beide auf Kassette und nur vor Ort hörbar; die Mitspieler nennt der Katalog nicht.

    Konzerte

  29. Mai 1994

    CD-Aufnahme für STUDIO PERCUSSION graz

    Straßengel bei Graz

    Im OPUS-Studio in Straßengel bei Graz nimmt STUDIO PERCUSSION graz die drei Werke von Pepl, Muthspiel und Pokorn auf (Extraplatte (Wiener Independent-Label) EX 242-2).

    Aufnahmen

  30. 22. Mai 1994

    Duo mit Jack DeJohnette beim Innviertler Jazzfestival

    Raab, Oberösterreich

    Am Pfingstsonntag, 22. Mai 1994, spielt Pepl am Gitarrensynthesizer in der Rothuberhalle in Raab ein Duo mit Jack DeJohnette, der zwischen Klavier und Schlagzeug wechselt. Kronen Zeitung, Standard und Salzburger Nachrichten heben das Duo hervor. Auch die slowakische Musikzeitschrift „Hudobný život“ nennt das Duo im Juni 1994 unter den Auftritten des Festivals, neben den Brecker Brothers, dem Dave Holland Quartet und David Murray.

    Konzerte

  31. 31. Juli 1994

    Eröffnungskonzert der NÖ Jazzakademie mit dem Harry Pepl Quartett

    Zeillern

    Zur Eröffnung der sechsten NÖ Jazzakademie spielt das Harry Pepl Quartett am Sonntag, 31. Juli 1994, um 21 Uhr auf Schloss Zeillern, unter anderen mit Claus Stötter (Trompete) und Jojo Mayer (Schlagzeug). Bis 6. August unterrichtet Pepl dort Gitarre.

    Konzerte

  32. August 1994

    Zweite Hirnblutung

    Oberösterreich

    Im August 1994 erleidet Pepl eine zweite Hirnblutung. Ab 1994/95 zieht er sich daraufhin ganz vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurück; nur noch wenige Auftritte folgen. Für ihn, der vom gemeinsamen Spiel im Augenblick lebte, ist das sehr schmerzlich und tragisch. Doch er macht das Beste daraus, zuerst am Klavier, dann mit der Lonely Single Swinger Band.

    Leben

  33. 5. November 1994

    Mit Harry Sokal und Friedrich Gulda im Brucknerhaus Linz

    Linz

    Am Samstag, 5. November 1994, spielt nach „A night with Friedrich Gulda“ im Brucknersaal des Brucknerhauses Linz um 22 Uhr „The Harry Sokal Quartet feat. Harry Pepl“, mit Friedrich Gulda als Gast.

    Konzerte

  34. 1995

    Ende der Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Graz

    Graz

    Die Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Graz endet nach Heckel, der Musikergilde, Jazz thing und nmz 1995; das Infoblatt und Kohler nennen 1994.

    Lehre

  35. 1995

    Heimstudio Hernstein: die Lonely Single Swinger Band

    Hernstein

    Ab Mitte der 1990er Jahre nimmt Pepl in seinem Heimstudio im Keller in Hernstein („Ich geh jetzt ins Bergwerk“, sagte er dann), eine große Zahl von Mehrspuraufnahmen auf, katalogisiert und bewertet sie. Er spielt alle Instrumente selbst und nennt das Projekt „Lonely Single Swinger Band“; die frühere Website nennt 1996 als Beginn. Sein Sohn Daniel Pepl hilft ihm ab 1995/1996 als Tontechniker bei Aufnahmen, Mixing und Mastering.

    Ensembles

  36. November 1995

    Klavieralbum „Consequence“

    Wien

    Im November 1995 entstehen in der Bösendorfer (Wiener Klavierbauer)-Fabrik in Wien zwölf frei improvisierte Klavierstücke. Das Album bleibt zu Lebzeiten unveröffentlicht und erscheint am 15. Mai 2020.

    Aufnahmen

  37. 12. November 1995

    Abstract Truth im Wiener Reigen

    Wien

    Im Rahmen des Wiener „Jazz-Herbsts“ von Johannes Kunz ist Abstract Truth mit Harry Pepl für Sonntag, 12. November 1995, im Reigen angekündigt, gemeinsam mit dem Archie Shepp Quartet (APA, trend und Kronen Zeitung kündigen das Konzert an; ein Bericht darüber ist nicht bekannt, Daniel Pepl hat das Jahr in Zweifel gezogen). Ein für Dienstag, 24. Oktober, angesetztes Konzert der Band im Grazer WIST war abgesagt worden.

    Konzerte

  38. 1996

    Zurückgezogen von der Bühne

    Hernstein

    Nach den beiden Hirnblutungen von 1989 und 1994 hat sich Pepl vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen; die frühere Website nennt 1996. Eigene, geplante Konzerte gibt es nach 1994 nicht mehr; im Dezember 1997 spielt er bei den INNtöne noch einmal in wechselnden Besetzungen mit, vor allem am Klavier und am Schlagzeug. Er macht das Beste daraus: zuerst am Klavier, weil ihm die Gitarre zu analytisch geworden ist, dann im Heimstudio in Hernstein mit der Lonely Single Swinger Band, höchst produktiv bis 2005. Peter Paul Skrepek überliefert seinen Satz: „Jetzt, wo ich alles spielen kann, was ich will, darf ich nicht mehr.“

    Leben

  39. 1996

    Kompositionsförderung des Bundes

    Wien

    Der Bund fördert Pepl als Komponisten mit einer Kompositionsförderung von 60.000 Schilling (umgerechnet rund 4.360 Euro). Der Kunstbericht 1996, der jährliche Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat über die Kunstförderung des Bundes, führt sie unter den Einzelförderungen der Abteilung Musik und darstellende Kunst.

    Kunstbericht 1996 beim Parlament, S. 140

    Werke

  40. 10. März 1996

    Klavieralbum „Flow“

    Wien

    In einem Take am Steinway im Brahmssaal des Wiener Musikvereins entstehen zwölf Echtzeitkompositionen (PAO Records, Label des Posaunisten und Initiators des INNtöne-Festivals Paul Zauner). Es ist das letzte zu Lebzeiten betreute Album.

    Aufnahmen

  41. 19. Oktober 1996

    Uraufführung „Exzentrik Egometrik“ in Deutschlandsberg

    Deutschlandsberg

    Beim 13. Jugendmusikfest Deutschlandsberg im Rahmen des steirischen herbstes (Festival für zeitgenössische Kunst in der Steiermark) wird am Samstag, 19. Oktober 1996, im Laßnitzhaus Pepls „Exzentrik Egometrik“ uraufgeführt, gespielt vom Altenberg Trio Wien, das von 1994 bis 2004 mit Claus-Christian Schuster (Klavier), Amiram Ganz (Violine) und Martin Hornstein (Violoncello) spielte; Wiederholung am Sonntag, 20. Oktober. Im zweiten Teil des Abends zeigt das Österreichische Ballett Theater Ernst Widmers „Die letzte Blume“. Das Archiv des steirischen herbstes führt den Abend als „ballett theater“ mit dem Altenberg Trio und der Choreografie von Christian Martinu, nennt als Komponisten aber nur Ernst Widmer und Mauricio Kagel.

    Werke

  42. 5. Dezember 1997 bis 6. Dezember 1997

    INNtöne-Festival mit Michel Portal

    Zell an der Pram

    Nach Angabe von Daniel Pepl gibt es seit dem Rückzug von der Bühne nach 1994 kein eigenes, geplantes Konzert mehr. Beim Festivalwochenende der INNtöne (Paul Zauners Festival für zeitgenössische Musik) am Freitag, 5., und Samstag, 6. Dezember 1997, im Barocksaal von Schloss Zell an der Pram wirkt er aber in den wechselnden Besetzungen mit; die Vorschauen hatten ihn namentlich angekündigt. Am Freitag spielt er laut OÖ Volksblatt „erst am Piano, dann am Schlagzeug“, zusammen mit dem Trompeter Franz Hackl; am Samstag ist er bei der Gruppe um Michel Portal und Stephen Kent dabei, mit Wolfgang Reisinger am Schlagzeug und Steve Shehan an der Perkussion. Ob er an diesem Wochenende auch Gitarre spielt, ist offen: Die Wiener Zeitung hatte in ihrer Vorschau, im Zusammenhang mit seiner neuen CD bei PAO Records, geschrieben: „Pepl spielt nicht Gitarre, sondern Piano“. Das OÖ Volksblatt nennt für den Samstag dagegen „piano, gitarre“, und die OÖ Nachrichten schreiben, „als Saitenspieler“ habe er mit Portal „fabelhafte Sonderfälle“ bereitet. Beim Festival spielen auch Toninho Horta und Alvin Batiste. Es ist sein letzter Konzertauftritt, über den Kritiken berichten.

    Konzerte

  43. April 1998

    Interview in Concerto

    Wien

    Im Interview „Man könnte Klavierspielen müssen“ in der Zeitschrift Concerto (Nr. 2/1998) spricht Pepl mit Martin Schuster über seine Arbeit, Benny Goodman, das renommierte europäische Jazzlabel ECM und das Klavier, vor allem über sein Solo-Klavieralbum „Flow“, aufgenommen im März 1996. Das Gespräch fand Anfang 1998 statt: Pepl erzählt darin schon vom INNtöne-Festival „im vergangenen Herbst“ (Dezember 1997), das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe nennt es „das Comeback von Harry Pepl“.

    Medien

  44. Mai 1998

    „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ im Grazer Stefaniensaal

    Graz

    Beim Jazz-Abonnementkonzert der Grazer Musikhochschule (heute Kunstuniversität Graz) im Stefaniensaal spielt STUDIO PERCUSSION graz unter Günter Meinhart Anfang Mai 1998 Pepls „Anspannen, Überspannen, Abspannen“ und Minoru Mikis „Marimba Spiritual“; danach leitet Graham Collier die Big Band der Hochschule.

    Werke

  45. 21. Oktober 1998

    Würdigungspreis für Musik des Landes Niederösterreich

    Niederösterreich

    Pepl erhält den Würdigungspreis für Musik des Landes Niederösterreich (150.000 Schilling), beschlossen von der Landesregierung am Dienstag, 8. September 1998. Landeshauptmann Erwin Pröll überreicht die Kulturpreise am Mittwoch, 21. Oktober 1998, in der Shedhalle im St. Pöltner Kulturbezirk; im musikalischen Rahmenprogramm erklingt Pepls „Tintenfishinky“ vom Band, Pepl selbst spielt an diesem Tag nicht (Auskunft Daniel Pepl, der dabei war, 20.10.2026). Die Landeskorrespondenz hatte außerdem die „Mostviertler Birnbeitler“ angekündigt, ein Bläseroktett unter der Leitung von Robert Pussecker. Der Kurier meldet am 3. November 1998 eine Auszeichnung für den Jazzmusiker aus Hernstein, ohne den Preis zu nennen.

    Ehrungen

  46. 1999

    „Frischwärts“ und die Weihnachts-CD

    Hernstein

    Im Kellerstudio nimmt Pepl „Frischwärts“ auf und spielt alles selbst: Schlagzeug, und während er trommelt, schlägt er zugleich ein Drum-Sample-Pad mit zusätzlichen Klängen an; das macht die Aufnahme sehr dicht und intensiv. Dazu kommen E-Gitarre mit Verzerrer und MIDI-Trompetenklang sowie akustische Gitarre. Er brennt die „Weihnachts-CD 1999, Vol. 1“ mit zehn Titeln, darunter „Fugendichtung“.

    Aufnahmen

  47. 1999 bis 2001

    Jurymitglied in der Musikförderung des Bundes

    Wien

    Ab Herbst 1999 sitzt Pepl in Jurys der Kunstsektion des Bundeskanzleramts, jeweils gemeinsam mit dem Komponisten Paul Hertel und dem Komponisten und Organisten Michael Radulescu: 1999 in der Jury für den Förderungspreis für Musik in der Sparte Orchesterwerke, 2000 in der Jury für die Staatsstipendien für Komponistinnen und Komponisten und in der zweiten Jahreshälfte 2001 in der Jury für die Kompositionsförderungen. So verzeichnen es die Kunstberichte, die jährlichen Berichte der Bundesregierung an den Nationalrat über die Kunstförderung des Bundes.

    Kunstberichte beim Parlament: 1999, S. 106; 2000, S. 100; 2001, S. 95

    Leben