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Harry Pepl * 1945  † 2005

Chronik

Leben und Werk Jahr für Jahr. Jeder Eintrag ist belegt; Ergänzungen und Korrekturen nehmen wir gerne entgegen.

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1940er Jahre

  1. 10. September 1945

    Geburt in Wien

    Wien

    Harald „Harry“ Pepl wird am 10. September 1945 in Wien geboren und wächst in Floridsdorf, dem 21. Wiener Gemeindebezirk nördlich der Donau, auf. Wien bleibt bis 1955 von den vier Alliierten besetzt; in seiner Kindheit pfeift ihm der Vater die Jazzstandards vor, die der Besatzungsfunk spielt. Über die amerikanischen Sender, die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot und das Soldatenradio Blue Danube Network, hören junge Wienerinnen und Wiener zum ersten Mal in großem Stil Jazz und Swing. Die Frankfurter Allgemeine nennt irrtümlich 1944.

    Leben

1960er Jahre

  1. 1960

    Jugendband mit Blacky Brandstätter, Franz Handler und Karl Komarek

    Wien

    Um 1960/61 spielt der junge Pepl an der Gitarre in einer Wiener Jugendband mit Blacky Brandstätter, Franz Handler und Karl Komarek, der später bei den Hubbubs spielte; ein Foto aus dem Nachlass zeigt die vier mit Akkordeon, Schlagzeug und Gitarre (Namen nach Angaben der Familie).

    Leben

  2. 1. Jänner 1967

    Mitglied der Gewerkschaft Kunst und freie Berufe

    Wien

    Am 1. Jänner 1967 tritt Pepl, 21 Jahre alt, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund bei, Gewerkschaft Kunst und freie Berufe, Sektion Musiker; der Ausweis nennt als Beruf „Musiker“.

    Leben

1970er Jahre

  1. 1970

    Studiomusiker in Wien

    Wien

    Pepl verlässt die Coverband während einer Tournee, um Studiomusiker zu werden, und studiert kurz an der Jazzabteilung des Konservatoriums Wien. Dort lernt er Peter Ponger kennen; über Ernst Kugler kommt er ins ORF-Studio (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk).

    Leben

  2. August 1977

    Abschied von der ORF Big Band, Wechsel nach Graz

    Graz

    Pepl löst den Vertrag mit der ORF Big Band (ORF: österreichischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk) und will nur noch Jazz spielen. Die Burgenländische Freiheit meldet am 10. August 1977, er werde nach Graz übersiedeln, „wo er an der Jazz-Abteilung der MHS einen Lehrauftrag bekommt“; als sein Nachfolger in der Band ist der Gitarrist Olaf Weitzer im Gespräch. Zuletzt war Pepl mit seiner Jazzrock-Formation „Hedgehog“ beim Dreitagefestival in Kohfidisch zu hören. Guido Jeszenszky beginnt in diesem Jahr bei ihm in Graz zu studieren.

    Leben

1980er Jahre

  1. 1980

    Umzug nach Hernstein

    Hernstein

    Pepl zieht um 1980 nach Hernstein in Niederösterreich, wo er bis zu seinem Tod lebt und später sein Heimstudio betreibt. Sein Stück „Hernstein 144“ trägt die Adresse.

    Leben

  2. Mai 1989

    Erste Hirnblutung

    Graz

    Im Mai 1989 erleidet Pepl eine erste Hirnblutung; so nannte er es selbst stets. Er erholt sich gut und ist danach nach Angaben der Familie fast noch aktiver als zuvor: Es folgen das Album „Schönberg Improvations“ und die meisten seiner Auftragswerke im Real-time Composing.

    Leben

1990er Jahre

  1. August 1994

    Zweite Hirnblutung

    Oberösterreich

    Im August 1994 erleidet Pepl eine zweite Hirnblutung. Ab 1994/95 zieht er sich daraufhin ganz vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurück; nur noch wenige Auftritte folgen. Für ihn, der vom gemeinsamen Spiel im Augenblick lebte, ist das sehr schmerzlich und tragisch. Doch er macht das Beste daraus, zuerst am Klavier, dann mit der Lonely Single Swinger Band.

    Leben

  2. 1996

    Zurückgezogen von der Bühne

    Hernstein

    Nach den beiden Hirnblutungen von 1989 und 1994 hat sich Pepl vom Tourleben und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen; die frühere Website nennt 1996. Eigene, geplante Konzerte gibt es nach 1994 nicht mehr; im Dezember 1997 spielt er bei den INNtöne noch einmal in wechselnden Besetzungen mit, vor allem am Klavier und am Schlagzeug. Er macht das Beste daraus: zuerst am Klavier, weil ihm die Gitarre zu analytisch geworden ist, dann im Heimstudio in Hernstein mit der Lonely Single Swinger Band, höchst produktiv bis 2005. Peter Paul Skrepek überliefert seinen Satz: „Jetzt, wo ich alles spielen kann, was ich will, darf ich nicht mehr.“

    Leben

  3. 1999 bis 2001

    Jurymitglied in der Musikförderung des Bundes

    Wien

    Ab Herbst 1999 sitzt Pepl in Jurys der Kunstsektion des Bundeskanzleramts, jeweils gemeinsam mit dem Komponisten Paul Hertel und dem Komponisten und Organisten Michael Radulescu: 1999 in der Jury für den Förderungspreis für Musik in der Sparte Orchesterwerke, 2000 in der Jury für die Staatsstipendien für Komponistinnen und Komponisten und in der zweiten Jahreshälfte 2001 in der Jury für die Kompositionsförderungen. So verzeichnen es die Kunstberichte, die jährlichen Berichte der Bundesregierung an den Nationalrat über die Kunstförderung des Bundes.

    Kunstberichte beim Parlament: 1999, S. 106; 2000, S. 100; 2001, S. 95

    Leben

2000er Jahre

  1. 10. August 2001

    Tod von Werner Pirchner

    Innsbruck

    Der Vibraphonist und Komponist Werner Pirchner, Pepls Partner im Jazzzwio, stirbt am Freitag, 10. August 2001, im Alter von 61 Jahren in Innsbruck (Tirol).

    Leben

  2. 10. September 2005

    60. Geburtstag

    Pepl feiert wenige Monate vor seinem Tod seinen 60. Geburtstag und hat nach Rainer Rygalyk noch viel vor.

    Leben

  3. 5. Dezember 2005

    Tod von Harry Pepl

    Wiener Neustadt

    Harry Pepl stirbt am Montag, 5. Dezember 2005, im Alter von 60 Jahren in Wiener Neustadt. Mehrere Nachrufe nennen Wien als Sterbeort, Jazz thing den 6. Dezember.

    Leben

  4. 12. Dezember 2005

    Begräbnis in Hernstein

    Hernstein

    Harry Pepl wird am Montag, 12. Dezember 2005, in der Pfarrkirche Hernstein (Niederösterreich) aufgebahrt und nach einer Seelenmesse im Beisein vieler Menschen aus der Jazzszene auf dem Friedhof Hernstein beigesetzt.

    Leben

2020er Jahre

  1. 10. September 2025

    80. Geburtstag

    Pepl wäre am Mittwoch, 10. September 2025, 80 Jahre alt geworden. Der Pressetext zum Album trägt den Titel „Harry Pepl 80“.

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