Formation · 1975
Mumelters Concertodrom
Ensemble, erfunden von Martin Mumelter
Von dem Geiger Martin Mumelter erfundenes und gegründetes Ensemble (1970 bis 1975), das klassische Musiker:innen und Jazzmusiker zur freien Improvisation zusammenbrachte, mit der Sopranistin Doris Linser. Premiere mit Harry Pepl im Februar 1975 im Großen Stadtsaal Innsbruck.
Harry Pepl Gitarrist
Martin Mumelter hat das Concertodrom mit seinem Konzept erfunden und gegründet und die Besetzung der Idee angepasst; eine Leitung gab es danach nicht: „Von ‚Leitung‘ möchte ich aber nicht reden, es gab keine, wir haben ab dann alles gemeinsam überlegt und gemacht.“ Harry Pepl gehörte zunächst nicht dazu; Werner Pirchner schlug seinen Freund und Jazzpartner vor, und das ging sogleich sehr gut zusammen.1
Pepl beschrieb die Mitgliedschaft als befreiend, weil er nur improvisieren musste und nur dort, wo er wollte. Auf eine Premiere folgte eine Tournee durch die britischen Inseln mit Edinburgh Festival und Albert Hall.2 Martin Mumelter erinnert sich an Konzerte in England, wohl in London, und beim Edinburgh Fringe Festival in Schottland; die Hauptsache waren viele Konzerte in Österreich.1
Martin Mumelter beschreibt das Concertodrom als Ensemble, das von 1970 bis 1975 im Auftrag der Jeunesses musicales vor allem für junges Publikum spielte: Spezialisten für alte und neue Musik wie Kurt Neuhauser (Orgel und Klavier, weil das Ensemble keineswegs nur in Räumen mit Orgel spielte), der Cellist Max Engel und die Sopranistin Doris Linser, aus dem Jazz Harry Pepl und Werner Pirchner. Das Publikum durfte Themen, Texte und Zwölftonreihen abgeben, über die das Ensemble improvisierte. Die eingereichten Texte vertonte es improvisierend; das trug wesentlich Doris Linser, ohne sie wäre es laut Mumelter nicht gegangen, und es sei oft „hinreißend lustig“ gewesen.1 Nach den Konzerten hörte Mumelter oft: „The improvisations sounded like compositions, the compositions like improvisations.“3